Kopf-an-Kopf-Sieg bei der Marathonetappe

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David Millar hat die zwölfte Etappe der Tour de France 2012 gewonnen

Annonay - Spannendes Ende der längsten Tour-Etappe dieses Jahr: Der schottische Radprofi David Millar vom Team Garmin-Sharp hat die 12. Etappe der Tour de France gewonnen.

ank freundlicher Mithilfe der Favoriten hat David Millar die 12. Etappe der Tour de France gewonnen. Während sich die Spitzenfahrer im Gesamtklassement nach den Kletterstrapazen in den Alpen einen ruhigeren Tag gönnten, setzte sich der schottische Radprofi im Schlussspurt einer fünfköpfigen Ausreißergruppe in Annonay-Davézieux durch und feierte seinen dritten Tour-Etappensieg. Nach 226 Kilometern verwies der Routinier vom Team Garmin am Freitag Jean-Christophe Peraud und Egoi Martinez auf die Plätze.

Im Kampf um das Gelbe Trikot gab es beim längsten Tagesabschnitt der 99. Frankreich-Rundfahrt keine Veränderungen. Bradley Wiggins führt weiter mit 2:05 Minuten Vorsprung auf seinen Sky-Teamkollegen Christopher Froome und 2:23 Minuten auf Vincenzo Nibali aus Italien.

Auf dem Teilstück über zwei Berge der 1. Kategorie gleich zu Beginn vergeudeten Wiggins, Froome und Co. sowie deren Teams keine Kräfte, die sie in der letzten Woche in den Pyrenäen noch brauchen werden. So war auch ziemlich schnell klar, dass es das Fluchtquintett um Millar, Peraud, Martinez, Robert Kiserlovski und Cyril Gautier vor dem Feld ins Ziel schaffen würde. Die Ausreißer hatten sich schon früh aus dem Peloton gelöst und die Ziellinie in Annonay-Davezieux dann deutlich vor den Favoriten erreicht.

Auf den leicht ansteigenden letzten Kilometern der Etappe begann das große Taktieren der Fünf, keiner wollte zu früh eine Attacke lancieren. Letztlich schafften es Millar und Peraud, einen Vorsprung herauszufahren und um den Sieg zu sprinten. Da war der Zeitfahr-Spezialist Millar nicht zu schlagen und feierte auf den Tag genau 45 Jahre nach dem Tod seines britischen Landsmanns Tom Simpson, der mit Drogen und Alkohol vollgepumpt auf dem Mont Ventoux vom Rad fiel. Millar, der 2004 wegen Dopings zwei Jahre gesperrt worden war, hatte vor der Etappe angekündigt, einen Sieg Simpson zu widmen.

In Saint-Jean-de-Maurienne waren am Morgen zwei prominente Fahrer nicht mehr angetreten. Alessandro Petacchi, bei dieser Tour bereits einmal Etappenzweiter, hatte schon am Vortag nach einem Sturz die Karenzzeit im Ziel verpasst und wurde damit nicht mehr zum Start zugelassen. Der italienische Sprint-Altmeister war bei der Abfahrt vom Col de la Croix de Fer hart aufgeschlagen und hatte sich dabei möglicherweise einen Rippenbruch zugezogen, wie es auf der Homepage seines Teams Lampre hieß. Er soll in Italien untersucht werden.

Rabobank-Kapitän Robert Gesink beendete nach mehreren Stürzen in der ersten Woche seine völlig verpatzte Tour und will sich auf die Vuelta in Spanien konzentrieren. “Die Verletzungen beeinträchtigen mich“, sagte der Niederländer auf der Website seines Rennstalls. Es mache keinen Sinn, um den 60. Platz zu fahren.

Am Samstag, dem französischen Nationalfeiertag, werden die noch verbliebenen Fahrer die Mittelmeerküste erreichen. In Cap d'Agde dürfte dann wieder die Stunde der schnellen Männer schlagen. Der Rostocker André Greipel, der sich im Gegensatz zu anderen Sprintern wie Petacchi, Mark Renshaw oder Oscar Freire erfolgreich über die Berge quälte, könnte seinen dritten Sieg in diesem Jahr einfahren.

dpa/SID

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