Tour de France 2013

Rui Costa gewinnt 19. Etappe vor Klöden

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Der portugiesische Radprofi Rui Costa hat sich bei der 100. Tour de France seinen zweiten Tagessieg innerhalb von drei Tagen gesichert.

Le Grand-Bornand - Der portugiesische Radprofi Rui Costa hat sich bei der 100. Tour de France seinen zweiten Tagessieg innerhalb von drei Tagen gesichert.

Der Gesamtsieg bei der 100. Tour de France ist für Christopher Froome zum Greifen nah. Der britische Topfavorit überstand am Freitag auch die zweite schwere Alpenetappe schadlos und geht mit 5:11 Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Spanier Alberto Contador in das abschließende Wochenende der Frankreich-Rundfahrt. Dabei muss Froome, der beim Tagessieg des Portugiesen Rui Costa vor Andreas Klöden aus Mittweida gemeinsam mit den Konkurrenten ins Ziel kam, nur noch das kurze, aber anspruchsvolle Teilstück am Samstag meistern.

Gelingt ihm dies, kann der 28-Jährige auf der Schlussetappe nach Paris die „Tour d“Honneur„ genießen und traditionell mit Schampus auf den Gewinn des Gelben Trikots anstoßen. Einen Tag nach dem doppelten Höllenritt nach Alpe d“Huez, als er mehrfach attackiert worden war und zudem einen Hungerast erlitten hatte, wurde der designierte Gesamtsieger am Freitag nie ernsthaft gefordert. Seine Rivalen um Contador hielten sich mit Angriffen zurück und haben sich anscheinend mit Froomes Triumph abgefunden.

Bereits kurz nach dem Start der 204,5 km langen Etappe mit Start in Bourg-d'Oisans war die erste schwere Hürde im 1924 m hohen Col du Glandon (HC) zu bewältigen. Etwas mehr als 30 Fahrer, darunter auch die Deutschen Tony Martin (Cottbus/Quick Step), Andreas Klöden, Simon Geschke (Berlin/Argos) und Marcus Burghardt (Zschopau/BMC), nutzen die Gelegenheit und machten sich in einer Fluchtgruppe auf den Weg.

Am Col de la Madeleine (HC/2000 m), dem zweiten von fünf harten Anstiegen des Tages, fiel Zeitfahr-Weltmeister Martin zurück und wurde auf der Abfahrt vom Peloton gestellt. Marcel Sieberg (Castrop-Rauxel/Lotto) traf es noch härter. Nach einem Sturz musste der Anfahrer und Freund von Top-Sprinter Andre Greipel (Rostock) als erster deutscher Fahrer vorzeitig das Rennen beenden.

Der Franzose Pierre Rolland (Europcar) bestimmte derweil lange Zeit das Geschehen an der Spitze, nachdem er sich von den anderen Ausreißern abgesetzt hatte. Am Col de la Croix Fry, dem letzten Berg vor dem Ziel, wurde Rolland jedoch eingeholt. Rui Costa, zweimaliger Gewinner der Tour de Suisse, flog am müden Rolland vorbei und leistete sich auch auf der teils regennassen Abfahrt nach Le Grand-Bornand keinen Fehler. Für den 26-Jährigen vom Team Movistar war es der zweite Etappenerfolg innerhalb von drei Tagen. Costa hatte bereits das 16. Teilstück nach Gap am Dienstag für sich entschieden.

Klöden war auf dem Weg nach Le Grand-Bornand, wo ihm Lance Armstrong im Jahr 2004 den Etappensieg im Sprint abegenommen hatte, der letzte Verfolger Costas, konnte diesen aber nicht mehr einholen und wurde Zweiter. „Costa war zu stark. Aber ich bin glücklich über meine Leistung und nicht enttäuscht. Wir haben niemanden für das Klassement, deshalb gehen wir in die Ausreißergruppen“, sagte der RadioShack-Profi. Bereits in Gap hatte ihm Costa mit einem Antritt am letzten Berg die Chance auf den ersten Tour-Etappensieg genommen.

Peter Sagan (Cannondale) steht erneut als Gewinner des Grünen Trikots fest. Dem Slowaken, der im Vorjahr das „Maillot vert“ gewonnen hatte, ist die Führung in der Punktewertung auf den verbleibenden beiden Etappen nicht mehr zu nehmen.

Am Samstag stellt sich den Radprofis noch einmal eine hohe Hürde in den Weg. Die 20. Etappe rund um Annecy dürfte auch letzte Veränderungen im Gesamtklassement bringen. Ein ständiges Auf und Ab erwartet die Fahrer während der 125 intensiven Kilometer. Nach einigen mittelschweren Erhebungen wird schon der Mont Revard (15,9 km/5,6 Prozent) an den Reserven zehren, bevor die letzte Bergankunft der Jubiläumsausgabe hinauf nach Annecy-Semnoz (1655 m/10,7 km/8,5 Prozent) einen abschließenden Showdown erwarten lässt. Angesichts der klaren Verhältnisse im Kampf um den Gesamtsieg bahnt sich eine harte Auseinandersetzung unter kletterstarken Ausreißern an.

SID

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