Cadel Evans gewinnt vierte Tour-Etappe

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Cadel Evans hat die vierte Etappe der Tour de France gewonnen.

Mur-de-Bretagne - Cadel Evans hat seinem Konkurrten Philippe Gilbert die Geburtstagsfeier verdorben: Die vierte Etappe der Tour de France Philippe Gilbert entschied der Australier für sich.

Bereits vor zwei Jahren war der 25-Jährige bei einer Etappe nach einer unfairen Aktion gegen Hushovd zurückgesetzt worden und verlor dadurch die entscheidenden Punkte im Kampf um das Grüne Trikot. Das HTC-Team verzichtete demonstrativ auf einen Einspruch gegen die Entscheidung der Kommissare. “Das funktioniert nicht, die bleiben bei ihrer Meinung“, sagte Teamchef Rolf Aldag der Nachrichtenagentur dapd. Im vergangenen Jahr habe er drei Stunden lang versucht, die Jury davon zu überzeugen, Renshaw nicht aus dem Rennen zu nehmen. Der Ex-Weltmeister setzte sich auf der vierten Etappe der 98. Tour de France am knackigen Schlussanstieg zur Mur-de-Bretagne vor dem amtierenden Champion Alberto Contador durch. Nach 172,5 Kilometern belegte Alexander Winokurow Platz drei, dem haushohen Favoriten Gilbert blieb hinter Rigoberto Uran nur Platz fünf. “Ich hatte 15 Kilometer vor dem Ziel einen Defekt. Mein Held des Tages ist deshalb Marcus Burghardt, der mich ganz nach vorne gebracht hat. Ich musste dann nur noch vollenden“, sagte Evans. Er könne es selbst noch gar nicht fassen, vor dem in dieser Saison an Anstiegen wie der Mur bisher unschlagbaren Gilbert zu sein.

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

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Bester Deutscher war Andreas Klöden, der zeitgleich hinter Evans als Zehnter den zwei Kilometer langen und durchschnittlich 6,9 Prozent steilen Schlussanstieg in der Bretagne bewältigte. Dagegen verloren Tony Martin und auch Andy Schleck einige Sekunden auf die Spitze.

In der Gesamtwertung verteidigte Thor Hushovd sein Gelbes Trikot. Der Norweger liegt nun eine Sekunde vor dem Gesamtzweiten Evans. Dritter ist Frank Schleck, Klöden liegt hinter dem Briten David Millar auf Platz fünf.

Der dreimalige Toursieger Alberto Contador trägt trotz seiner kleinen Machtdemonstration weiter die Hypothek von etwa anderthalb Minuten Rückstand zur Spitze auf seinen schmächtigen Schultern. Mitfavorit Andy Schleck liegt trotz seiner kleinen Schwäche mit nur zwölf Sekunden Rückstand auf Hushovd in einer hervorragenden Ausgangsposition.

Für die Sprinter gab es indes nur beim Zwischensprint etwas zu holen. Und “Bad Boy“ Mark Cavendish verlor trotz Wut im Bauch weitere Punkte im Kampf um das Grüne Trikot. Der Brite belegte nur den neunten Platz, während Vortagessieger Tyler Farrar hinter einer fünfköpfigen Ausreißergruppe auf Platz sechs fuhr. Am Montag hatte die Tour-Jury Sprintstar Cavendish genauso wie Hushovd nachträglich beim Zwischensprint aus der Wertung genommen.

Prompt wittert Cavendish eine Verschwörung der Kommissare gegen ihn. “Romain Feillu fährt im Finale der Etappe Kamikaze und nichts passiert. Ich glaube, dass die Entscheidung persönlich war“, sagte der völlig frustrierte Cavendish. Die Jury legte Cavendish negativ aus, dass er mit seinem Kopf gegen Hushovd stieß, als dieser ihm zu nah kam.

Am Mittwoch darf Cavendish auf der fünften Etappe über 165 km von Carhaix nach Cap-Frehel wieder auf Punkte hoffen. Bis auf einen Hügel der vierten Kategorie sind keine größeren Schwierigkeiten zu bewältigen. Allerdings ist Vorsicht auf den letzten 70 Kilometern geboten, wenn es die Küste entlang geht und Windstaffeln das Feld auseinanderreißen könnten.

dapd

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