Cavendish stürzt

Tour: Greipel feiert Etappensieg

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Der Cottbuser Andre Greipel hat die Etappe von Rouen nach Saint-Quentin gewonnen.

Rouen - Topsprinter Andre Greipel (Lotto) hat auf der vierten Etappe der 99. Tour de France seinen erhofften Tagessieg gefeiert.

Jubelnd fiel Andre Greipel seinen Teamkollegen um den Hals und kam aus dem Strahlen nicht mehr heraus. Die Erleichterung beim gebürtigen Rostocker war nach seinem Sieg im Sprint der 4. Etappe bei der Tour de France förmlich greifbar. Endlich hatte der WM-Dritte sein großes Ziel erreicht und seine starke Form mit dem zweiten Sieg beim wichtigsten Radrennen der Welt veredelt. „Ich bin so glücklich. Die Jungs an meiner Seite haben klasse Arbeit geleistet. Es ist fantastisch“, sagte Greipel.

Dass sein größter Rivale Mark Cavendish zuvor von einem Sturz ausgebremst war und nicht in den Schlussspurt hatte eingreifen können, trübte Greipels Freude dabei nicht im Geringsten. Nach 214, 5 Kilometern von Abbeville nach Rouen gewann der 29-Jährige vor dem Italiener Alessandro Petacchi und Tom Veelers aus den Niederlanden.

Cavendish war rund drei Kilometer vor dem Ziel in einen Massencrash verwickelt und saß mit ungläubigen Blick und blutendem Ellenbogen auf der Straße. Sichtlich bedient rollte der Weltmeister im zerrissenen Regenbogentrikot ins Ziel. Greipels Team Lotto-Belisol hatte derweil den Sprint für ihren schnellsten Mann perfekt angezogen - dieses Mal jedoch mit dem besseren Ende für Greipel. Erst spät fuhr er im Wind und wehrte mit einer Energieleistung alle Überholversuche der Gegner ab. Mit seinem Sieg polierte Greipel auch die bis dato bittere Bilanz der deutschen Radprofis auf, die vor allem durch Pannen, Stürzen und Verletzungen von sich Reden gemacht hatten.

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

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Einen weiteren ernüchternden Tag auf den Straßen Frankreichs erlebte auch am Mittwoch Sorgenkind Tony Martin. Der Zeitfahr-Weltmeister hielt sich nach seinem am Sonntag erlittenen Kahnbeinbruch auch mit neuer Spezialmanschette für die lädierte linke Hand nur am Ende des Hauptfeldes auf und musste erst durch die Tempoverschärfung an der Spitze rund drei Kilometer vor dem Ziel abreißen lassen. Trotz Schmerzen will Martin jedoch mindestens bis zum ersten langen Zeitfahren am kommenden Sonntag nach Besancon auf die Zähne beißen, um dort ein letztes Mal für das Zeitfahren bei den Olympischen Spielen in London zu testen. Auch Sprinter Marcel Kittel, dem seit Montag ein Magen-Darm-Infekt arg zusetzt, schleppte sich geschwächt mit Mühe ins Ziel und hielt sich aus dem Gedränge im Schlusssprint heraus.

Keine Änderung gab es an der Spitze der Gesamtklassements, das weiter vom Schweizer Prologsieger Fabian Cancellara (RadioShack-Nissan) mit sieben Sekunden Vorsprung auf den Mitfavoriten Bradley Wiggins (Sky) angeführt wird. Vorjahressieger Cadel Evans (BMC Racing) liegt mit 17 Sekunden Rückstand auf Platz sieben. Bester Deutscher ist als Zehnter Andreas Klöden (Mittweida) mit 19 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen Cancellara.

Unmittelbar nach der Freigabe des Rennens hatte sich der Japaner Yukiya Arashiro (Europcar) vom Peloton abgesetzt und bekam kurze Zeit später Unterstützung durch die Franzosen David Moncoutie (Cofidis) und Anthony Delaplace (Saur-Sojasun). Das Trio fuhr zwischenzeitlich einen Vorsprung von über acht Minuten heraus und wurde aber erwartungsgemäß noch rechtzeitig vom Feld gestellt. Rund neun Kilometer vor dem Ziel war die Reise für die drei Flüchtlinge beendet.

Die nächste Siegchance dürfte sich Greipel schon am Donnerstag bieten. Nach dem kurzen Zwischenstopp an der Kanalküste geht es für die Fahrer dann wieder geradewegs gen Osten. Die Strecke führt ohne große Umwege und nennenswerte Schwierigkeiten von Rouen in den Nordosten der Picardie nach Saint-Quentin. Die 196,5 Kilometer lange Kurs ist eine klassische Flachetappe, die über einen Kilometer lange, leicht gebogene und ansteigende Zielgerade bietet beste Voraussetzungen für einen Massenspurt.

SID

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