Neuer Startort, neues Finale

Tour 2013 soll großes Spektakel werden

Paris/Berlin - Die 100. Tour de France soll im nächsten Jahr zum großen Spektakel werden. Die Jubiläumstour hat einen neuen Startort und soll ein bombastisches Finale bieten.

Mit einem flammenden Anti-Doping-Appell hat Tour-Direktor Christian Prudhomme die Präsentation der spektakulären 100. Frankreich-Rundfahrt begonnen. Der Schatten des einstigen Seriensiegers Lance Armstrong lag am Mittwoch in Paris über der feierlichen Vorstellung der Strecke der Jubiläums-Tour 2013, die Bergfahrern besonders entgegen kommen dürfte.

Die lange Liste: Sportstars unter Dopingverdacht

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Die 100. Tour seit der Erstaustragung 1903 soll im nächsten Jahr vom 29. Juni bis 21. Juli zum großen Spektakel werden. Sie beginnt zum ersten Mal auf der Mittelmeerinsel Korsika, klettert auf der 18. Etappe zweimal hoch nach L'Alpe d'Huez, bezwingt am Nationalfeiertag den Mont Ventoux, überquert den Tourmalet und feiert ein Flutlicht-Finale auf den Champs Elysées. In Nizza findet nach den ersten drei Etappen auf Korsika ein Mannschaftszeitfahren statt, auf der Atlantikinsel Mont Saint Michel (11. Etappe) endet ein Einzelzeitfahren. Vier Bergankünfte stehen im Programm, die beiden Einzelzeitfahren führen über zusammen 65 Kilometer.

Zwei Tage nach dem Schuldspruch gegen Armstrong, dessen sieben Tour-Siege zwischen 1999 und 2005 vom Weltverband UCI aberkannt worden waren, traf sich am Mittwoch in Paris die Radsport-Familie. Tour-Chef Prudhomme hielt eine emotionale Rede gegen Doping, bevor er den kommenden Parcours über rund 3360 Kilometer vorstellte. Die Teammanager und Ärzte hätten „die Schlüssel gegen Doping in der Hand - sie müssen der Schutzwall sein“, sagte der Ex-Journalist.

Unter den Ehrengästen im Palais des Congrès war neben dem diesjährigen Sieger und Olympia-Goldmedaillengewinner Bradley Wiggins (Großbritannien), der in einer blauen Winterjacke auf dem Podium erschien, auch Alberto Contador. Dem Spanier war der Tour-Sieg 2010 wegen Dopings aberkannt worden. Erst im August war er aus einer Sperre zurückgekehrt. Am 29. Juni darf der zweifache Tour-Sieger Contador - Stand heute - wieder den Start gehen.

In der ersten Reihe im Palais des Congrès saß auch der umstrittene UCI-Chef Pat McQuaid, der am Freitag entscheiden will, ob es für die aberkannten sieben Armstrong-Siege Nachrücker im Tour-Klassement geben wird. Die Tour-Organisatoren sind dagegen - auch weil es schwer werden dürfte unter den Erstplatzierten Profis zu finden, die dopingunverdächtig sind.

„Die Tour-Entscheidung wird in der letzten Woche in den Alpen fallen. Wir müssen uns im Team jetzt zusammensetzen und unsere kommende Strategie besprechen“, sagte der diesjährige Tour-Zweite Chris Froome, der sich als besonders starker Bergfahrer Chancen ausrechnet, 2013 auf die Position des Kapitäns beim Team Sky aufzurücken. Wiggins hatte ihm nach der vergangenen Tour Unterstützung in Aussicht gestellt. „Es wird schwierig werden, die Konkurrenz zu kontrollieren“, sagte Contador.

Der Name Armstrong soll in L'Alpe d'Huez verbannt werden. Der Bürgermeister will das Metallschild mit dem Namen des Texaners in der 21. Straßenkehre hoch in den Wintersportort abmontieren. Jeder der 27 Tagessieger in L'Alpe d'Huez wird mit einer Erwähnung in einer der 21 Kurven geehrt.

dpa

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