Weltcup am Holmenkollen

Angerer gewinnt Kampf gegen sich selbst

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Tobias Angerer

Oslo - Das Weltcup-Rennen der Langläufer am Holmenkollen wurde für die deutschen Starter zu einem Desaster. Für Tobias Angerer war es aber ein Sieg über sich selbst.

Die Qualen waren Tobias Angerer und Tim Tscharnke schon frühzeitig anzusehen. Dennoch liefen die beiden deutschen Skilangläufer am Samstag in Oslo ins Ziel. Die Plätze 40 und 54 mit Rückständen von acht und 14 Minuten hinter Sieger Alexander Legkow aus Russland im 50-Kilometer-Freistil-Rennen spielten keine Rolle mehr. Für beide ging es nur noch um die Ehre.

„Ich hatte unglaubliche Schmerzen im Rücken. Das geht mit bei langen Skating-Einheiten seit meinem schweren Sturz im Sommer öfter so. Aber das soll keine Ausrede sein“, sagte Angerer, der zum 17. Mal in seiner Karriere das traditionsreichste Rennen im Weltcup-Zirkus in Angriff genommen hatte. „Ich hatte oft ans Aufgeben gedacht, doch das macht man bei diesem Rennen einfach nicht. Hier heißt es ums Durchlaufen, das ist eine Frage der Ehre. Und des Respekts vor den Zuschauern, die mich unglaublich angefeuert haben“, erzählte der Vachendorfer.

Beim 104. Osloer 50-Kilometer-Rennen hatte das kleine deutsche Team schon vor dem Start eine Hiobsbotschaft verkraften müssen. Jens Filbrich konnte wegen einer Erkältung nicht antreten. So waren Angerer und Tscharnke auf sich allein gestellt. „Zwei Runden lief mein Ski gar nicht. Da musste ich gewaltig viel Kraft investieren. Das änderte sich dann aber Runde drei, aber da begannen auch die Schmerzen“, sagte Angerer, der bis zur Hälfte des Rennens mithalten konnte, dann aber immer weiter zurückfiel.

Tscharnke hatte ebenfalls lange Zeit gut mitgehalten, dann aber verließen den Thüringer die Kräfte. Doch auch er gab nicht auf und lief unter dem Beifall der rund 70 000 Zuschauer am Holmenkollen ins Ziel.

Eine Enttäuschung für die norwegischen Fans gab es durch Petter Northug. Der zweimalige Weltmeister von Val di Fiemme scheiterte bei dem Versuch, mit einer Gala die Weltcup-Führung zu übernehmen. Nur durch die Unterstützung seines Teamkollegen Tord Asle Gjerdalen hielt er sich im Vorderfeld und wurde schließlich mit einem Rückstand von 42 Sekunden Sechster.

dpa

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