Vor Tischtennis-WM: Timo Boll krank

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Kurz vor der Tischtennis-WM muss Timo Boll auf das Training verzichten: Er liegt krank im Bett.

Dortmund - Am Wochenende beginnt in Dortmund die Tischtennis-WM. Die Deutschen haben große Ziele: das Finale. Ihre Chancen stehen und fallen mit Timo Boll. Doch der liegt jetzt krank im Bett.

Der Heimvorteil soll es für die deutschen Tischtennisspieler richten, wenn am Sonntag in Dortmund die Team-WM 2012 beginnt. Denn die Mannschaft von Trainer Jörg Roßkopf hat sich im Vorfeld des mit 121 Männer- und 95 Frauenteams bisher größten WM-Turniers aller Zeiten viel vorgenommen. Das Endspiel soll es werden -- mindestens. Und da dann bitteschön der Sensationserfolg über die unumstrittene Nummer eins aus Asien.

Dafür bedarf es eines Wunders. Denn auch, wenn Timo Boll, Dimitri Ovtcharov, Patrick Baum, Bastian Steger und Christian Süß in Europa unangefochtene Spitze und in der Weltrangliste auf Rang zwei hinter den Chinesen notiert sind: Der Seriensieger, in dessen Heimat Tischtennis den gleichen Stellenwert genießt wie Fußball hierzulande, gilt als 95:5-Favorit.

Die deutschen Hoffnungen stehen und fallen mit dem gesundheitlichen Zustand von Timo Boll -- der Nummer drei der Weltrangliste. Und ausgerechnet der deutsche Spitzenspieler musste gestern im Training passen. "Timo hat am Morgen über Übelkeit geklagt", erklärte Dirk Schimmelpfennig, Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). "Darum wollte er im Bett bleiben. Wir sind aber guter Dinge, dass wir das bis Sonntag in den Griff bekommen."

Dass Boll die Kritik seines Trainers auf den Magen geschlagen sein könnte, der in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung gefordert hatte, dass der Weltklassemann noch härter an sich arbeiten müsse, wollte Roßkopf nicht bestätigen. "Das kam vielleicht ein wenig krass rüber", sagte der Doppelweltmeister von 1989. "Ich hätte gern, dass alle Nationalspieler einen Tick mehr machen. Und Timo hat seine anderen Termine ja schon reduziert." Störfeuer gelöscht -- jetzt heißt es für die Fans, die Daumen zu drücken, dass die deutsche Nummer eins rechtzeitig zum Auftakt-Doppelspieltag am Sonntag mit den Begegnungen gegen Tschechien (13 Uhr) und Spanien (20 Uhr) fit wird. Und wenn nicht?

"Man kann viele Sachen planen", gibt sich Roßkopf entspannt. "Bei einer WM gibt es aber immer Überraschungen. Und daher ist es gut, dass wir reagieren können." Denn das Team könne selbst den Ausfall Bolls zum Auftakt verkraften, "weil das hier vielleicht die beste Mannschaft ist, die Deutschland jemals hatte", zeigte sich Ovtcharov selbstbewusst. Und der Druck? "Den machen wir uns ja selbst", sagt er. "Schließlich wollen wir ja ins Finale."

Von Günter Thomas

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