Tierquälerei? Wirbel um Wunderpferd Totilas

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Totilas

Berlin - Der niederländische Dressur-Trainer Sjef Janssen soll bei seiner Arbeit mit Matthias Rath und dessen Pferd Totilas auch die umstrittene Trainingsmethode Rollkur anwenden.

 Das bestätigte Klaus Rath, Vater und derzeitiger Trainer von Matthias Rath, “Spiegel online“. Die Zusammenarbeit mit Janssen soll nach den Olympischen Spielen in London beginnen.

Janssen, derzeit Bondscoach der niederländischen Dressurreiter, ist ein Verfechter der Rollkur. Bei dieser Methode wird der Kopf des Pferdes Richtung Brust gezogen. Der Hals wird dadurch stark eingerollt und gedehnt. Die meisten deutschen Dressur-Experten kritisieren die Rollkur, weil ihrer Ansicht nach den Tieren Schmerzen zugefügt werden.

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“Meine Methode ist das nicht“, kommentierte Bundestrainer Holger Schmezer: “Wir reiten die Pferde nicht so, da sind wir uns im Trainerstab einig.“ Zu den Vorbehalten deutscher Dressur-Ausbilder gegen die Rollkur sagte Schmezer: “Die gibt es nach wie vor.“ Grundsätzlich sei das Training von Totilas aber “Privatsache“ der Familie Rath. Schmezer fügte hinzu, dass es international weniger Bedenken gegen diese Form des Trainings gibt und Janssen damit sehr erfolgreich ist.

“Wir sind gegen alles, was mit dem Tierschutz nicht vereinbar ist. Aber es gibt viele Untersuchungen, die zu dem Schluss gekommen sind: Bis zu einem gewissen Maße ist die Rollkur nicht schädlich“, sagte Klaus Rath. “Auch in Deutschland muss man lernen, andere, erfolgreiche Systeme wie das der Niederlande anzuerkennen und zu würdigen.“ Zu Janssens System würde mehr als die Rollkur gehören.

Nach Intervention des niederländischen Pferdesportverbandes war Janssens bereits begonnene Zusammenarbeit mit Rath wieder gestoppt worden. Erst im September darf der Ehemann der dreimaligen Olympiasiegerin Anky van Grunsven mit dem Deutschen trainieren. Er soll dafür sorgen, dass Totilas mit Rath an die Erfolge von Edward Gal anknüpft. Der Niederländer hatte 2010 alle drei WM-Titel gewonnen, ehe Paul Schockemöhle den als Wunderpferd geltenden Hengst für geschätzte zehn Millionen Euro kaufte und Rath zur Verfügung stellte.

dpa

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