Box-Legende begleitet Fahnenträger

Tiefe Bestürzung nach Ali-Auftritt bei Olympia

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Muhammad Ali, von Parkinson gezeichnete Box-Legende, betrat bei der Eröffnungsfeier der Spiele in London noch einmal die olympische Bühne.

London - Im weißen Anzug, gebeugt, spindeldürr, die Augen unter einer großen Sonnenbrille versteckt: Inmitten des rauschenden Festes der Lebensfreude sorgte der Auftritt des „Größten“ für tiefe Bestürzung.

Muhammad Ali, von Parkinson gezeichnete Box-Legende, betrat bei der Eröffnungsfeier der Spiele in London noch einmal die olympische Bühne. 79.000 Zuschauer im Olympiastadion registrierten tief bewegt, dass der einst so stolze Krieger bei wachem Geist nahezu jede Kontrolle über seinen Körper verloren hat.

1960 hatte Ali als Cassius Clay Gold geholt, 1996 bereits sichtlich angeschlagen in Atlanta das Olympische Feuer entzündet. 2012 schaffte es der „Sportler des Jahrhunderts“ nun, unter Aufbietung aller Kräfte, die ihm sein rebellierender Körper noch gönnt, die Fahnenträger ein kleines Stück zu begleiten.

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Seine Frau Lonnie stützte den 70-Jährigen, sprach ihm immer wieder ins Ohr. Ali sollte ins Publikum winken, wollte winken. Seine Rechte, einst so gefürchtet, versagte es ihm.

Am Dienstag war er bei einer Gala in London geehrt worden. Die Superstars der Welt, die starken, die charismatischen Typen der Sportszene waren gekommen. Ali, der einst Stärke und Charisma wie kein anderer vereinte, saß stumm in seinem Rollstuhl. Was in ihm vorging, war nicht wahrzunehmen. Sein Gesicht spricht nicht mehr.

sid

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