Thorpe: Alkoholproblem und Suizid-Gedanken

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Der australische Schwimm-Star Ian Thorpe litt an Depressionen.

Berlin - Australiens Schwimm-Held Ian Thorpe hat Depressionen und Alkohol-Missbrauch wegen zu großen Drucks für sein überraschendes Karriere-Ende 2006 verantwortlich gemacht.

Der fünfmalige Olympiasieger dachte nach eigenen Worten sogar an Suizid. Das schrieb Thorpe in seiner Autobiografie, die der „Sydney Morning Herald“ am Wochenende vorab veröffentlichte. Nun sei er in Behandlung und trainiere für die WM 2013 in Barcelona, erklärte der 30-Jährige.

Thorpe hatte mit Blick auf Olympia nach vierjähriger Pause ein Comeback gewagt, die australische Qualifikation für die Spiele von London aber klar verpasst. Als kompetenter Co-Kommentator für die britische BBC erntete der elffache Weltmeister viel Lob.

Selbstmorde von Spitzensportlern

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Die psychischen Probleme hielt Thorpe vor Familie, Freunden und Funktionären seinerzeit geheim, äußerte sich der Schwimmer. Sein sportliches Umfeld habe nicht immer in seinem Interesse gehandelt, sondern eher an kurzfristige Ziele gedacht, klagte er: „Das kostete mich, was eine lange erfolgreiche Karriere hätte werden können.“

Spitzensportler seien besonders anfällig für Depressionen. So habe er zuerst einem anderen Schwimmer von seinem Gemütszustand berichtet, dem „schrecklichen dunklen Ort“. Die Depressionen seien so schwerwiegend gewesen, „dass ich manchmal an Suizid dachte“. Nun aber gehe es ihm besser.

Thorpe dementierte erneut die andauernden Gerüchte, schwul zu sein. Vielmehr suche er nach einer Frau und wünsche sich Kinder. „Ich wurde beschuldigt, schwul zu sein, bevor ich wusste, wer ich überhaupt bin“, sagte er.

dpa

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