Thomas Lurz siegt bei Schwimm-WM

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Erneut erfolgreich: Thomas Lurz

Barcelona  - Freiwasser-Rekordweltmeister Thomas Lurz hat bei der Schwimm-WM in Barcelona erneut Gold gewonnen. Zuvor war der Deutsche bereits im Team erfolgreich.

Sieg für Thomas Lurz, Silber für Angela Maurer: Die deutschen Freiwasserschwimmer haben in ihren letzten Rennen bei den Weltmeisterschaften in Barcelona noch einmal ihre ganze Stärke demonstriert. Rekord-Weltmeister Lurz gewann in seinem ersten Rennen über 25 Kilometer gleich die Goldmedaille. Er feierte am Samstag den zweiten Titel bei dieser Schwimm-WM und seinen zwölften insgesamt. Lurz setzte sich in 4:47,27 Stunden mit 0,4 Sekunden Vorsprung auf den Belgier Brian Ryckeman durch.

In der katalanischen Metropole holte der Würzburger damit das vierte Edelmetall, für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) war es die sechste Plakette. Nummer sieben steuerte Angela Maurer über dieselbe Distanz bei, verpasste den Titel aber nur um 0,1 Sekunde. Insgesamt sechsmal waren die Freiwasserschwimmer bei Siegerehrungen, einmal die Wasserspringer. „Ich bin kistenstolz auf mein Team. Sechs Medaillen, das ist der Hammer. Gerechnet haben wir mit zwei oder drei und das war schon hochgegriffen“, erklärte Bundestrainer Stefan Lurz.

Sein Bruder Thomas war vor dem Erfolg am Samstag schon Team-Weltmeister geworden. Über fünf Kilometer gewann der 33-Jährige im Hafen Barcelonas Bronze, über die doppelte Distanz war Lurz Zweiter geworden. Sein viertes Rennen binnen acht Tagen bestritt er mit offenen Wunden, die kurz vor dem Start am Morgen mit Tapes abgedeckt worden waren. „Das war das erste und letzte 25-Kilometer-Rennen meiner Karriere. Ich wollte nicht führen, die Favoriten haben sich da aufgerieben“, sagte der Würzburger.

An ihrem 38. Geburtstag verfehlte Maurer trotz guter Position Gold nur durch den schlechteren Anschlag. Das Frauen-Rennen gewann die Italienerin Martina Grimaldi. Für die Mainzerin Maurer war es nach Bronze über 10 Kilometer ihre zweite Medaille in Barcelona. Vor zwei Jahren in Shanghai war sie ebenfalls als Vize-Weltmeisterin aus dem Wasser geklettert. „Ich bin ein bisschen frustriert, weil mein Name zunächst oben auf der Anzeigetafel stand. Aber mit Silber und Bronze bin ich superzufrieden mit dieser WM. Wie vor zehn Jahren, nur in umgekehrte Reihenfolge“, erklärte Maurer.

Vor dem Start der Beckenwettbewerb liegt der DSV über dem Soll. Nun sollen Steffen Deibler & Co. den Schwung nutzen und ihrerseits drei bis vier Medaillen zu einer guten Bilanz beisteuern. An diesem Sonntag stehen hier die ersten Entscheidungen an. „Unfassbar. Superlative gibt's bei Thomas nicht mehr. Ein irrer Kerl, was er im hohen Alter noch macht“, schwärmte Chefbundestrainer Henning Lambertz.

Svenja Zihsler und Christian Reichert hatten dagegen über die 25 Kilometer aufgeben müssen. Zihsler wurde von Bundestrainer Stefan Lurz nach etwa dreieinhalb Stunden im Hafenbecken zur Aufgabe geraten. Die 19-jährige Würzburgerin musste zunächst im Rollstuhl zur medizinischen Versorgung gebracht werden, erholte sich aber schnell.

Auch Reichert wurde von einem Rettungsboot an Land gebracht. „Ich konnte nicht mehr, bin von einer Sekunde auf die andere leergelaufen. Ich konnte mich überhaupt nicht mehr bewegen, hab mich körperlich total erschöpft gefühlt“, sagte der 28 Jahre alte Polizist aus Wiesbaden.

dpa/SID

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