20. Weltcup-Triumph

Svindal gewinnt Super-G in Kitzbühel

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Aksel Lund Svindal freut sich über sein gelungenes Rennen

Kitzbühel - Favorit Aksel Lund Svindal hat zum Auftakt der traditionellen Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel/Österreich den Super-G gewonnen. Für Stephan Keppler war es kein erfreuliches Rennen.

Nach nur 27 Sekunden war die Fahrt von Stephan Keppler zu Ende. Während Aksel Lund Svindal aus Norwegen unten im Ziel der Streif bereits seinen ersten Sieg bei einem Rennen in Kitzbühel feierte, verlor der einzige deutsche Starter erst einen Stock, dann das Gleichgewicht. Keppler stürzte, stand allerdings nur wenige Augenblicke später schon wieder. Seine Laune war entsprechend mies, aber er richtete nach dem verkorksten Super-G schon den Blick auf die Abfahrt vom Hahnenkamm am Samstag: „Da mache ich die Quali, und dann passt das.“ Es geht für ihn um die WM-Nominierung.

Für Svindal dagegen hätte das verlängerte Wochenende in „Kitz“ nicht besser beginnen können. In 1:14,48 Minuten siegte er vor dem unerwartet starken Österreicher Matthias Mayer (+0,13 Sekunden) und dem Südtiroler Christof Innerhofer (+0,40). Für den Norweger war es der dritte Sieg im vierten Super-G dieser Saison, aber der erste am Hahnenkamm. „Es ist schön!“, sagte er mit einem Lächeln, er wirkte erleichtert, „weil ich hier ständig höre, dass ich hier noch nie gewonnen habe. Aber ich habe immer gesagt, man muss seine Chance nutzen, wenn sie da ist.“

Svindal hat auch beste Aussichten, am Samstag bei der Abfahrt nachzulegen. Die Streif scheint ihm in diesem Jahr entgegenzukommen, bei den drei Trainingsläufen war er zweimal Erster, einmal Zweiter. „In der Abfahrt können mehr vorne mitfahren“, glaubt der 30 Jahre alte Allrounder, der durch seinen insgesamt 20. Sieg im Weltcup in der Gesamtwertung auf 88 Punkte an Titelverteidiger Marcel Hirscher aus Österreich herangerückt ist. Hirscher ist am Sonntag im Slalom der große Favorit - neben unter anderen Felix Neureuther, der am vergangenen Sonntag in Wengen gewonnen hatte.

Die Herzen der Österreicher höherschlagen ließ der 22 Jahre alte Mayer. Der Kärntner fährt im Super-G schon seit etwas mehr als einem Jahr konstant unter die ersten Zehn, ausgerechnet in Kitzbühel aber erklomm er zum ersten Mal das Treppchen. Innerhofer stand dort schon häufiger, aber diesmal war es ihm eine besondere Genugtuung. Der 28 alte Weltmeister von 2011 war auch nach dem Rennen noch immer völlig aufgebracht: Wegen eines Regelverstoßes im letzten Training muss er 999 Schweizer Franken Geldstrafe zahlen, und er darf bei der Abfahrt am Samstag erst mit der Startnummer 46 ins Rennen gehen.

Innerhofer war im Abschlusstraining gestürzt, hatte die Fahrt aber anschließend fortgesetzt. Das ist nicht erlaubt, der Südtiroler jedoch behauptete, der stellvertretende Renndirektor Helmut Schmalzl habe ihn entsprechend angewiesen. „Ich wurde belogen“, zeterte er am Freitag, noch immer voller Zorn. Er beschrieb die Angelegenheit als „lächerlich“ und „beschämend“: „Ich bin jetzt seit sieben Jahren im Weltcup, ich weiß, was ich mache. Wenn man mir sagt, dass ich nicht weiterfahren darf, fahre ich nicht weiter.“ Offensichtlich aber war Innerhofer nicht bewusst, dass er am Streckenrand abfahren sollte.

Innerhofer wird am Samstag wohl mit Wut im Bauch an den Start gehen, Keppler mit Entschlossenheit. Um sich sportlich für die WM in Schladming zu qualifizieren, bräuchte er noch eine Platzierung unter den ersten 15. Seine letzte Chance dazu hat er jetzt in der Abfahrt. Im vergangenen Jahr war Keppler dort in Kitzbühel Achter. Andreas Sander (Ennepetal) wird bei der WM nicht starten: Er hatte sich am Donnerstag beim Einfahren den rechten Zeigefinger gebrochen und die Mittelhand angeknackst. Er trägt die Hand in Gips.

sid

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