Stuck soll deutscher Motorsport-Boss werden

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"Strietzel" Stuck soll neuer Chef des Deutschen Motor Sport Bundes werden.

Düsseldorf - Der frühere Rennfahrer Hans-Joachim Stuck kann auf zahlreiche Erfolge zurückblicken. Offenbar soll "Strietzel" in Zukunft das wichtigste Amt im deutschen Motorsport bekleiden.

Rennfahrer-Legende Hans-Joachim Stuck könnte schon bald das wichtigste Amt im deutschen Motorsport übernehmen. Der 61-Jährige soll nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd neuer Präsident des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB) werden. Stuck würde die Nachfolge von Torsten Johne antreten, der sich im Frühjahr 2012 nicht mehr zur Wiederwahl stellen wird, wie der DMSB am Montag in einer Pressemitteilung bekannt gab.

Die Mitglieder der ADAC Sportkommission haben auf einer Sitzung einstimmig festgelegt, Stuck für das Amt des DMSB-Präsidenten zu nominieren. Die Wahlen für das DMSB-Präsidium finden im Rahmen der turnusmäßigen Mitgliederversammlung im April 2012 statt. Das teilte ADAC-Motorsportchef Lars Soutschka dapd mit.

Stuck: “Das muss genau überlegt werden“

Namen über mögliche weitere Bewerber gibt es derzeit nicht. Stuck soll zudem zugesichert worden sein, dass er im Falle der Wahl zum DMSB-Präsidenten weiter seine Aufgaben als VW-Repräsentant wahrnehmen könne, wenn auch in eingeschränkter Form.

Stuck bestätigte dapd am Montagnachmittag, dass er auf dieses Thema angesprochen worden sei. Es sei aber keine Eile geboten. “Das muss genau überlegt werden, denn so etwas entscheidet man nicht in drei Minuten“, sagte Stuck. Es wäre verfrüht, sich schon jetzt auf etwas festzulegen, sagte Stuck weiter.

Scheidender Präsident zieht positive Bilanz

Johne begründete den Verzicht auf eine Wiederwahl mit seinen Aufgaben als Sportleiter des ADAC Schleswig-Holstein. Darauf wolle er sich künftig verstärkt konzentrierten, sagte der 58-Jährige. Schon jetzt zieht Johne eine positive Bilanz. Er habe in den vier Jahren seiner Amtszeit das erreicht, was er sich 2008 zum Ziel gesetzt habe.

Sein designierter Nachfolger Stuck hatte den Rennfahrer-Helm erst im Juni dieses Jahres endgültig an den Nagel gehängt. Gemeinsam mit seinen Söhnen Johannes (24) und Ferdinand (20) gab er bei dem 24-Stunden-Rennen auf der geliebten Nürburgring-Nordschleife seine Abschiedsvorstellung. Doch zur Ruhe setzen will sich der “Strietzel“ noch längst nicht.

Mit 19 Jahren wurde Stuck in Deutschland schlagartig bekannt, als er 1970 in einem BMW 2002ti das erste 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gewann. Vier Jahre später schaffte er den Sprung in die Formel 1, doch mehr als zwei dritte Plätze sprangen in sechs Jahren nicht heraus. “Das war mir alles viel zu schnell“, sagte Stuck. Vor allem durch zahlreiche Frauen-Geschichten sorgte er damals für Schlagzeilen; wegen seiner lockeren Art erhielt er das Image des Gaudi-Burschen - was er bis heute geblieben ist.

Stuck blickt auf bewegte Karriere zurück

Was ihm in der Formel 1 versagt blieb, gelang Stuck in allen anderen Rennserien. Ob im Tourenwagen (DTM-Champion 1990) oder in den Sportwagen (Weltmeister 1985, zwei Gesamtsiege in Le Mans sowie Supercup-Gewinner 1986 und 1987) - Hans-Joachim Stuck gewann fast alles, was es zu gewinnen gab.

Im vergangenen Jahr war Stuck bei einer Notoperation am Kopf ein Hämatom als Spätfolge eines Unfalls entfernt worden. “Das war eine Sekunde vor zwölf“, sagte er. Heute lässt er es ein bisschen ruhiger angehen, doch den herrlichen Ausblick von seinem Wohnort Going in Österreich auf den “Wilden Kaiser“ genießt der 61-Jährige noch immer viel zu selten. Und als DMSB-Präsident wird er dafür auch nicht gerade mehr Zeit haben.

dapd

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