Skispringen in Trondheim

Freitag meldet sich mit Platz zwei zurück

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Platz 2 in Trondheim: Richard Freitag.

Trondheim/Köln - Richard Freitag gratulierte brav Senkrechtstarter Kamil Stoch, dann reckte er die Arme in den Abendhimmel und feierte ausgelassen seinen zweiten Platz.

Der 21-Jährige aus Aue hat beim Skisprung-Weltcup in Trondheim nur dem polnischen Weltmeister den Vortritt lassen müssen und sich nach dem Absturz von Kuopio eindrucksvoll zurückgemeldet. „Jetzt kann ich wieder mit einem Lächeln weiterreisen“, sagte Freitag.

Am Dienstag war der erfolgsverwöhnte Sachse, dem jüngst in Oberstdorf und Lahti zwei Weltcup-Siege in Serie gelangen, bei der Wind-Lotterie in Finnland nur 28. geworden. Selbstvertrauen hat er dadurch aber offensichtlich nicht verloren. „Nach dem schwierigen Wettkampf von Kuopio war das heute wieder sehr gut“, sagte Freitag, nachdem er nun mit Sprüngen auf 132 sowie 136 m und 278,7 Punkten nur um 1,4 Punkte hinter Stoch lag.

Der polnische Überflieger der vergangenen Wochen sprang mit 140 m im zweiten Durchgang von Platz drei an die Spitze und zog auch an Freitag vorbei, der nach dem ersten Versuch mit 0,1 Punkten Rückstand auf Robert Kranjec (Slowenien) auf Platz zwei gelegen hatte. Kranjec wurde auf den fünften Rang durchgereicht. Der bereits als Weltcup-Gesamtsieger feststehende Gregor Schlierenzauer (Österreich) musste sich mit einem für seine Verhältnisse indiskutablen 16. Platz zufrieden geben.

Routinier Michael Neumayer (Berchtesgaden/271,1) verpasste als starker Vierter den Sprung aufs Podest nur haarscharf und lag letztlich umgerechnet nur einen halben Meter hinter dem Japaner Daiki Ito (272,1). „Vierter Platz! Saugeil!“, sagte der 34-Jährige, der so konstant wie nie zuvor springt, hocherfreut: „Ich bin eben nicht so schnell beim Lernen, brauchte eben ein paar Jahre, bis ich so weit bin.“

Severin Freund (Rastbüchl/258,4) schaffte als Zehnter ebenfalls den Sprung unter die Top Ten, verlor aber den dritten Platz in der Weltcup-Gesamtwertung an Stoch. Andreas Wellinger (Ruhpolding/249, 3) und Andreas Wank (Oberhof/247,5) fielen nach einem starken ersten Durchgang noch auf die Plätze 20 und 22 zurück. Bundestrainer Werner Schuster war mit dem Abschneiden rundum zufrieden: „Wir haben konsequent gearbeitet, die Mannschaft ist immer noch hungrig und lässt nicht nach. Es gibt hier nichts zu meckern.“

Vor 14.000 Zuschauern an der Granaasen-Großschanze legte Freitag bereits einen ganz starken ersten Versuch hin, er selbst war nach dem Flug auf 132,5 m aber weniger zufrieden. „Net so doll“ sei der Sprung gewesen, befand Freitag trotz Platz zwei und der Aussicht auf seinen vierten Karriere-Sieg.

Auch Wank, wie Freitag, Freund und Neumayer Vizeweltmeister im Team, haderte mit seinem ersten Versuch (128 m): „Ich war viel zu gierig und hab den Sprung tot gemacht“, sagte der Oberhofer und kündigte einen typischen „zweiten Wank-Durchgang, mit dem ich zehn Plätze gut mache“ an. 126 m ließen ihn aber sogar hinter den erst 17-Jährigen Wellinger zurückfallen, der erstmals seit über einem Monat wieder Weltcup-Punkte holte.

Den zweiten Durchgang verpassten Danny Queck (Lauscha/41.) und Karl Geiger (Oberstdorf/46.), waren damit aber in prominenter Gesellschaft. Der vierfache Olympiasieger Simon Ammann (Schweiz/35. ) musste ebenso im Finale zuschauen wie Österreichs Routiniers Martin Koch (36.) und Andreas Kofler (43.).

SID

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