Stefan Bradl vorzeitig Motorrad-Weltmeister

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Der Zahlinger Stefan Bradl wurde am Samstag in Valencia vorzeitig zum Motorrad-Weltmeister gekürt

Valencia - Jetzt ist es auch offiziell: Stefan Bradl wurde bereits einen Tag vor dem Saisonfinale in Valencia zum Motorrad-Weltmeister in der Moto2-Klasse gekürt.

Nachdem sein einzig verbliebener Rivale Marc Marquez am Samstag wie angekündigt nicht am Qualifying teilnahm, ist Bradl der Titel nicht mehr zu nehmen. Damit hat Deutschland 18 Jahre nach dem WM-Triumph von Dirk Raudies in der 125er Klasse wieder einen Motorrad-Weltmeister.

“Es ist jetzt zwar etwas unglücklich gelaufen, dass Marc nicht starten konnte“, sagte Bradl dem TV-Sender Sport1. Doch die Freude über seinen ersten WM-Titel konnte das nicht trüben, auch wenn der 21-Jährige immer noch etwas ungläubig dreinschaute: “Ich muss das auch erst mal ein bisschen verdauen, Weltmeister zu sein.“

Vor allem, dass er nun seinen Vater Helmut überflügelt hat, bedeutet dem neuen Weltmeister sehr viel. “Ich kann mich erinnern, dass ich jedes Mal, wenn ich nach meinem Ziel gefragt wurde, geantwortet habe: 'Ich will einen Platz besser sein als mein Papa.' Jetzt habe ich es in derselben Klasse geschafft. Das ist irgendwie unfassbar“, sagte der Filius. Bradl Senior hatte es 1991 “nur“ zum Vize-Weltmeister geschafft.

Marquez gratuliert fair

Bradl stattete am Samstag auch seinem geschlagenen Rivalen Marquez einen Besuch in der Box ab. Der Spanier gratulierte fair und zollte Bradls Leistung Respekt. Marquez war vor zwei Wochen im freien Training zum Malaysia-Grand-Prix schwer gestürzt. Er klagte über Gleichgewichtsstörungen und konnte auf einem Auge nicht richtig sehen. Sein Team erklärte nach tagelangem Rätselraten am Samstag den Verzicht auf das Qualifying. Dadurch war Marquez automatisch nicht für das Rennen startberechtigt.

Die Ungewissheit machte auch Bradl zu schaffen. “Die Spekulationen - startet er, startet er nicht? - haben so ein bisschen das Flair und mein Adrenalin herausgenommen.“ So richtig begreifen konnte er seinen Triumph dennoch nicht: “Wenn mich die Leute als Weltmeister ansprechen, muss ich mich erst daran gewöhnen.“

“Auf ein Gläschen anstoßen“

Auch wenn Marquez mehr Rennen als Bradl gewonnen hat und durch sein Sturz-Pech zur tragischen Figur wurde, so ist der junge Deutsche ein würdiger Weltmeister. “Ich glaube, es war eine spannende Saison bis zum Schluss. Derjenige, der am meisten Punkte am Schluss hat, ist verdient Weltmeister geworden“, sagte Bradl.

Die große WM-Feier muss aber warten, schließlich steht noch ein Rennen auf dem Programm. “Jetzt können wir auf ein Gläschen anstoßen, aber dann geht es früh ins Bett“, sagte Bradl, der im Finale noch mal einen guten Job abliefern will: “Wenn´s geht, will ich gewinnen.“

dapd

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