Sechs Medaillen als Vorgabe

Goldene Träume vor nordischer Ski-WM

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Richard Freitag holte bei der Generalprobe in Oberstdorf den Sieg.

Cavalese - 2011 holte Kombinierer Eric Frenzel das einzige Gold, nun hofft der DSV auf mehr: Auch die Skispringer und die Langlauf-Staffeln sollen bei der nordischen Ski-WM Medaillen sammeln.

Skispringer Richard Freitag in Topform, Kombinierer Eric Frenzel als Titelverteidiger, nur die Langläufer hinken ein wenig hinterher: Nach einem starken Winter mit Weltcup-Siegen in allen drei Bereichen geht der Deutsche Skiverband (DSV) mit breiter Brust in die 49. nordische Ski-WM in Val di Fiemme. „Sechs Medaillen“ lautet vor der ersten Entscheidung am Donnerstag das Ziel von Sportdirektor Thomas Pfüller, der auch nach der enttäuschenden Biathlon-WM an einer klaren Vorgabe festhält: „Man kann in einem Sport, in dem viel Geld verdient wird, nicht ohne Ziele zu einer WM fahren.“

Pfüller liegt damit auf einer Linie mit Werner Schuster . Der Skisprung-Bundestrainer peilt auf den Schanzen in Predazzo mindestens eine Medaille an. „Mein persönliches Traumziel wären aber zwei“, sagt der Österreicher, der in Freitag und Severin Freund zwei heiße Eisen im Feuer hat. Hoffnungsträger Freitag gewann am Samstag den letzten Weltcup in Oberstdorf, Freund trug zu Saisonbeginn das Gelbe Trikot des Weltcup-Spitzenreiters.

Medaillen bei Kombinierern fest eingeplant

„Wir dürfen die Brust jetzt sicher nicht weiß Gott wie aufblasen. Aber mit breiter Brust können wir schon zur WM reisen“, sagte Schuster bei der Generalprobe in Oberstdorf: „Wo wir diese Medaillen holen, ist mir eigentlich egal. Zwei im Einzel wären genauso gut wie zwei im Team. Ich würde sogar eine im Mixed dazurechnen.“ Der neue Wettbewerb mit zwei Männern und zwei Frauen feiert in Italien WM-Premiere - einen echten Favoriten gibt es nicht.

WM-Medaillen fest eingeplant haben auch die von Titelverteidiger Frenzel angeführten Kombinierer. „Das drängt sich durch die Ergebnisse dieser Saison geradezu auf. Eric Frenzel und Tino Edelmann haben gezeigt, dass sie zur Weltspitze gehören. Und auch Björn Kircheisen hat zuletzt gute Leistungen abgeliefert“, sagt DSV-Funktionär Pfüller. In der Tat: Alle drei standen in diesem Winter schon ganz oben auf dem Treppchen. Der 24 Jahre alte Frenzel eroberte mit vier Einzel-Siegen in Folge sogar das Gelbe Trikot des Weltcup-Führenden. Edelmann geht allerdings grippegeschwächt in die WM.

Vor zwei Jahren in Oslo holten die Kombinierer sogar sechs von acht möglichen Medaillen. „Man kann fast nicht erwarten, dass wir das wiederholen“, sagt Frenzel: „Mein Ziel ist es daher, gut abzuschneiden und, wenn alles optimal läuft, auch meinen Titel zu verteidigen. Ich weiß, dass an diesem einen Tag alles passen muss, um Weltmeister zu werden.“ Zumindest in den Team-Wettbewerben führt aber kein Weg an der DSV-Mannschaft vorbei. Zumal auch noch ein Johannes Rydzek zum Aufgebot gehört, der 2011 Vize-Weltmeister wurde.

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Eher mit gedämpften Erwartungen gehen die Langläufer mit dem neuen Bundestrainer Frank Ullrich in den Winter. Der Nachfolger von Jochen Behle habe zwar laut Pfüller „bereits einige positive Dinge bewirkt“. In Petter Northug und Dario Cologna bei den Männern sowie Marit Björgen und Justyna Kowalczyk bei den Frauen gebe es aber Weltstars, die kaum zu schlagen sind. „Die Podiumsplätze anzugreifen wird, realistisch gesehen, sehr, sehr schwer“, sagt Ullrich.

Die Hoffnungen ruhen daher auf den Staffeln, die bei den Frauen von Biathletin Miriam Gössner verstärkt wird. „Aber auch hier muss am Tag X wirklich alles zusammenpassen, wenn wir am Ende auf dem Siegerpodest stehen wollen“, sagt Ullrich. Immerhin scheint Routinier Axel Teichmann (33) rechtzeitig zur WM wieder in Form, und auch Tim Tscharnke fährt mit der Empfehlung des Weltcup-Sieges in Canmore über den Brenner.

Am Ende werden aber in Italien nur die Medaillen zählen. Das weiß auch der DSV. „Als Leistungsportverband ist uns bewusst, dass wir in den kommenden zwei Wochen vor allem an den Medaillen gemessen werden“, ergänzt Pfüller: „Und realistisch gesehen sollten wir auch in der Lage sein, die in uns gesetzten Erwartungen zu erfüllen.“

sid

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