Starke Langläuferinnen in Liberec

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Ein starkes Ergebnis lieferten die deutschen Langläuferinnen zum Ende des Wochenendes in Liberec ab

Liberec - Dank einer beherzten Schlussrunde hat das Langlauf-Duo des Deutschen Skiverbandes (DSV) zum Abschluss des Weltcups im tschechischen Liberec mit dem vierten Platz im Teamsprint geglänzt.

Völlig ausgelaugt stützte sich Sprintspezialistin Hanna Kolb auf ihre Skistöcke, dann atmete sie einige Male ganz tief durch und nahm die Glückwünsche ihrer Teamkollegin Nicole Fessel entgegen: Mit dem vierten Platz sorgte das Duo für das beste Ergebnis am Wochenende. Den Sprung aufs „Stockerl“ verpassten Fessel/Kolb um die Winzigkeit von nur 0,6 Sekunden.

„Ich kann den Mädels nur ein Kompliment machen. Das war eine ganz starke Leistung“, sagte Bundestrainer Frank Ullrich dem SID. „Wie die zwei sich auf den letzten Runden ins Zeug gelegt haben, war richtig gut. Dass wir gegen die enorm starken Sprintnationen dann noch nicht ganz vorn dabei sind, ist kein Problem.“

In einem lange Zeit langsamen und unspektakulären Rennen waren Fessel (Oberstorf) und Kolb (Buchenberg) allerdings bis kurz vor Schluss ganz vorn vertreten. Erst auf der letzten Schleife zogen die starken Norwegerinnen Ingvild Östberg/Maiken Falla, die sich in 11:26,2 Minuten den Sieg sicherten, das Tempo deutlich an. Schlussläuferin Kolb hatte das Nachsehen und profitierte bei ihrem Sturm auf Rang vier noch von einem Sturz der Konkurrenz.

Etwas enttäuschend verlief derweil der Endlauf der Männer. Mit Chancen auf das Podest waren dort vor allem der nach seiner Krankheit genesene Tim Tscharnke (Biberau) zusammen mit Josef Wenzl (Zwiesel) ins Rennen gegangen. Beim Sieg der Russen Nikolai Morilow/Michail Dewjatiarow (21:43,8 Minuten) erreichten sie als Neunte aber ebenso abgeschlagen das Ziel wie die achtplatzierten Alexander Wolz/Sebastian Eisenlauer (Buchenberg/Sonthofen).

„Es ist aber allein schon ein Riesenerfolg, mit zwei Teams im Finale zu stehen“, merkte Ullrich an. Dort seien dann immer „noch ein paar Größen dabei, die man nicht einfach so überrollen kann. Auf der Basis können wir aber sehr gut weiterarbeiten. Ich bin angesichts der Sprintleistungen zuversichtlich, was die Zukunft angeht“, sagte Ullrich.

Nach der kräftezehrenden Tour de Ski und der anstrengenden abschließenden Bergverfolgung auf die Alpe Cermis hatte ein Teil der internationalen Elite auf einen Start in Liberec verzichtet. So fehlten bei den Männern in Tour-Sieger Alexander Legkow (Russland), Petter Northug (Norwegen) und dem Schweizer Dario Cologna die ersten drei im Weltcup. Bei den Frauen hatte in Kikkan Randell (USA) unter anderem die Führende des Sprint-Weltcups pausiert.

Und die DSV-Athleten nutzten auch im Einzel die Gunst der Stunde für gute Ergebnisse. Schon am Samstag war Tscharnke dabei vom Krankenbett direkt in die Weltspitze gesprungen. Der 23-Jährige meldete sich nach seiner Magen-Darm-Erkrankung, aufgrunddessen er auch seine Teilnahme bei der Tour de Ski abgesagt hatte, mit dem fünften Platz im Einzelsprint über 1,7 km eindrucksvoll im Weltcup zurück.

Gleichzeitig lieferte Tscharnke damit auch zum Auftakt in Nordböhmen das beste deutsche Resultat, denn bei den Frauen musste sich Kolb „nur“ mit einem guten achten Rang begnügen. In einem jungen deutschen Team erreichten zudem Elisabeth Schicho (Schliersee) und Sandra Ringwald (Buchenberg) das Viertelfinale. Einzig Routinier Fessel, mit 29 Jahren mit Abstand die älteste DSV-Athletin, scheiterte bereits in der Qualifikation.

sid

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