Staatsanwaltschaft ermittelt nach Prügelei

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David Haye prügelte sich mit Dereck Chisora

München - Die Münchner Staatsanwaltschaft hat nach der Prügelei von David Haye mit Dereck Chisora ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet. Die Frage ist: Gegen wen?

Die Münchner Staatsanwaltschaft teilt mit, dass sie nach der Prügelei des früheren Weltmeisters Haye mit Landsmann Chisora am vergangenen Wochenende ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet hat.

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Offen ist indes noch, gegen welchen der beiden Briten sich das Ermittlungsverfahren richten wird. “Wir versuchen, die Geschehensabläufe zu klären, und dann schauen wir, wer wofür verantwortlich ist“, sagte Sprecher Thomas Steinkraus-Koch am Dienstag. Weil der Tatort in München liege, sei die Münchner Staatsanwaltschaft zuständig. Es gebe derzeit keine Veranlassung, das Verfahren nach Großbritannien abzugeben.

Die beiden britischen Profiboxer hatten sich in der Nacht zum Sonntag bei der Pressekonferenz nach Vitali Klitschkos Sieg über Chisora eine heftige Schlägerei geliefert. Chisora war deswegen am Sonntag kurz vor seinem geplanten Heimflug noch in der bayerischen Landeshauptstadt festgenommen und von der Polizei verhört worden.

Haye hingegen reiste schon am frühen Morgen zurück auf die Insel und kam einer Festnahme somit zuvor. Dem Pranger in der Heimat aber nicht. “Vom Posterboy zum hässlichen Gesicht seines Sports: Der dramatische Niedergang des David Haye“, titelte die “Daily Mail“. Von den Sportseiten sind die beiden Boxer praktisch verschwunden und auf die Boulevardschiene abgeschoben worden.

“Ich bin selbst völlig entsetzt und finde es genauso schlimm wie alle anderen. Der Sport braucht so etwas nicht, und wir auch nicht“, sagte Chisoras Manager Frank Warren bei Sky Sport News. Der britische Verband British Boxing Board of Control lud Chisora für den 14. März zu einer Sondersitzung vor und will dann über Sanktionen beraten. Ihm droht eine einjährige Suspendierung. Haye besitzt keine Boxlizenz mehr. Die würde der 31-Jährige Ex-Weltmeister für den Fall wieder beantragen, dass er gegen Vitali Klitschko antreten dürfte. Der ist auch einer Revanche gegen Chisora nicht abgeneigt.

Der 40 Jahre alte Ukrainer wird nach seiner Verletzung möglicherweise schneller als erwartet in den Ring zurückkehren. “Nach der heutigen Diagnose wäre sogar ein Kampf vor der Fußball-EM noch möglich. Aber das muss ich mit meinem Trainer Fritz Sdunek besprechen“, sagte der WBC-Schwergewichtschampion der “Bild“-Zeitung (Dienstag). Klitschko hatte sich im Duell gegen Chisora am vergangenen Samstag in der vierten Runde eine Schulterverletzung zugezogen, aber dennoch klar nach Punkten gewonnen.

dpa

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