Skispringerinnen: Jetzt auch Platz für den Busen

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Die deutschen Skispringerinnen Anna Häfele, Magdalena Schnurr und Ulrike Gräßler

Ramsau - Am 3. Dezember feiern die Skispringerinnen Weltcup-Premiere. Zu diesem feierlichen Anlass bekommen die fliegenden Damen sogar Platz für ihre Busen und Pos eingeräumt.

Sogar Platz für den Busen und Po bekommen die fliegenden Frauen. “Sie mussten bisher mit dem Männer-Anzügen springen“, erzählt Skisprung-Chef Walter Hofer: “Aber jetzt wurde ein spezielles Schnittmuster für sie festgelegt.“ Schließlich sollen die Skispringerinnen schick aussehen, wenn sie am 3. Dezember in Lillehammer gemeinsam mit den männlichen Stars wie Martin Schmitt oder Gregor Schlierenzauer ihre Weltcup-Premiere feiern. Bei der WM 2013 soll es dann bei der WM in Val di Fiemme sogar einen Mixed-Teamwettbewerb geben.

Endlich im Rampenlicht

Als das spektakuläre Projekt Frauen-Skispringen beim Forum Nordicum in Ramsau vorgestellt wurde, dröhnte der Songtext “Life will never be the same, life is changing“ von Haddaway durch den Saal. Für die Skispringerinnen verändert sich tatsächlich viel, denn gut zweieinhalb Jahre nach ihrem WM-Einstand im tschechischen Liberec dürfen sie mit Blick auf ihre Olympia-Premiere 2014 in Sotschi endlich dauerhaft ins Rampenlicht treten. Bisher standen sie im Continentalcup im Schatten.

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“Aus rein sportlicher Sicht werden die Mädchen keine Probleme machen“, sagt Walter Hofer. Diese Worte des Skisprung-Direktors des Internationalen Skiverbandes FIS haben Gewicht, schließlich stand er den fliegenden Frauen immer sehr skeptisch gegenüber. Aber auch ihn überzeugte das Interesse von potenziellen Ausrichtern, von denen nicht einmal alle in den ersten Weltcup-Kalender mit 14 Springen aufgenommen werden konnten. Aus Deutschland sind Schonach-Schönwald und Hinterzarten dabei, sogar ein Interkontinental-Trip ins japanische Zao gehört zum Reiseplan.

Preisgeld und TV-Übertragung

“Es wird alles professioneller. Eine TV-Produktion ist Pflicht, Reisespesen und Preisgelder werden bezahlt“, berichtet Hofer. Immerhin 17.940 Schweizer Franken gibt es pro Springen, davon 3.000 für die Siegerin, das hat schon jetzt das Niveau der Männer in der Nordischen Kombination. Ohne Probleme fand sich ein großes Mineralölunternehmen (OMV) als Titelsponsor für die fliegenden Frauen, schließlich sind die Perspektiven gut. Bereits im nächsten Sommer wird ein gemeinsames Mixed-Springen mit den Männer getestet, wahrscheinlich beim Grand Prix in Hinterzarten.

Das soll dann 2013 ins WM-Programm gehievt und am besten 2018 auch bei den Olympischen Winterspielen von Pyeongchang über die Bühne gehen. Bis dahin könnten die Frauen auch reif für einen zweiten Olympia-Einzelwettbewerb auf der Großschanze sein, denn derzeit springen sie nur auf der kleineren Normalschanze. “Wir müssen ein bisschen Geduld haben, schließlich ist das Gros der Springerinnen zwischen 13 und 17 Jahre alt“, sagt Hofer. Trotzdem war der Job als Materialkontrolleur für die neuen Anzüge besonders bei Männern begehrt - den Zuschlag bekam mit der Japanerin Chika Yoshida allerdings eine Frau...

dapd

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