Schlierenzauer verweigert Start

Chaos beim Skispringen - Wellinger Zweiter

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Andreas Wellinger bejubelt seinen zweiten Platz.

Klingenthal - Heftige Winde haben beim ersten Springen des Olympia-Winters für einen Eklat gesorgt. Die Stars Gregor Schlierenzauer und Anders Bardal verweigerten ihren Start.

Youngster Andreas Wellinger sprang auf das Podest, Gregor Schlierenzauer verweigerte den Start und Andreas Kofler knallte in die Bande: Gleich das erste Skispringen der Olympia-Saison hat für Chaos und unzählige Diskussionen gesorgt. Fast in den Hintergrund rückte beim Chaos-Weltcup im sächsischen Klingenthal das gute Auftreten der DSV-Adler. Der 18-jährige Wellinger landete beim Sieg des Polen Krzysztof Biegun auf Rang zwei und damit zum dritten Mal in seiner Karriere auf dem Podest, einen Tag zuvor war auch das deutsche Team auf den zweiten Platz geflogen.

Gregor Schlierenzauer verweigerte seinen Start beim Weltcup-Auftakt in Klingenthal.

Für einen Eklat sorgten jedoch Vierschanzentournee-Sieger Schlierenzauer (Österreich) und Weltmeister Anders Bardal (Norwegen). Die beiden besten Springer der vergangenen Saison entschieden sich kurz vor Ende des chaotischen ersten Durchgangs für einen Startverzicht und verließen die Schanze. Zuvor waren bei schwierigen Bedingungen und zahlreichen Unterbrechungen 48 der 50 Athleten gesprungen, dann wurde der Wind jedoch immer böiger.

„Ich habe beiden gesagt, dass sie die besten Springer sind und sich die Sache durch den Kopf gehen lassen sollen. Die besten Springer sollen nicht zum Spielball werden“, sagte Österreichs Cheftrainer Alexander Pointner in der ARD: „Der Wind hat starke Böen. Das war ein nervenaufreibender Wettkampf.“ Die Jury entschied sich zunächst dennoch für einen zweiten Durchgang, brach den Wettkampf aber 15 Minuten später ab. Schlierenzauer und Bardal wurden disqualifiziert.

In der Endabrechnung holte Biegun seinen ersten Weltcup-Sieg nach einem Flug auf 142,5 Meter mit 135,8 Punkten vor Wellinger (Ruhpolding/132,8) und dem Slowenen Jurij Tepes (131,4). Zweitbester Deutscher bei allerdings widrigen Bedingungen war Marinus Kraus (Oberaudorf/125,6) auf dem achten Platz. Karl Geiger (Oberstdorf/108,2) wurde 25., der WM-Vierte Severin Freund (Rastbüchl/107,4) musste sich sogar nur mit Rang 28 begnügen. „Das war eher kein fairer Wettkampf. Ich verstehe aber die Veranstalter, ich habe mich auch sehr auf das Springen gefreut“, sagte Geiger.

Eine Schrecksekunde gab es zudem bei einem Sturz von Andreas Kofler. Der ehemalige Vierschanzentournee-Gewinner und Team-Kollege von Schlierenzauer verlor nach der Landung das Gleichgewicht, rutschte mit dem Kopf voran in die Werbebande und wurde auf einer Trage abtransportiert. „Die Schmerzen waren groß, aber es scheint alles glimpflich ausgegangen zu sein. Es besteht der Verdacht auf eine Rippenprellung, er fährt jetzt ins Krankenhaus“, sagte Österreichs Pressesprecher Florian Kotlaba. Kofler winkte bei seinem Abtransport ins Publikum.

Heftiger Wind hatte den Start des Weltcups zunächst fast zwei Stunden hinausgezögert. Während die zahlreichen Zuschauer in der Vogtland-Arena ausharrten und zur Musik schunkelten, hielten sich die Springer mit Fußball und Völkerball warm. Nachdem zwischenzeitlich sogar Schneefall eingesetzt hatte, fiel um 15.20 Uhr doch noch der Startschuss. Ursprünglich hatte der Weltcup bereits um 13.30 Uhr beginnen sollen.

Bereits am Samstag hatte das Wetter nur einen Durchgang des Teamwettbewerbes zugelassen, mit Platz zwei war den deutschen Adlern dabei ein guter Start in den Winter gelungen. „Das war ein toller Auftakt der Saison. Wir sind gut gestartet“, sagte Bundestrainer Werner Schuster über den Podestplatz seiner jungen Mannschaft. Severin Freund, Andreas Wellinger, Andreas Wank und Karl Geiger mussten sich mit 528,3 Punkten nur Slowenien (540,6) geschlagen geben, Dritter wurde Japan (523,6). Weltmeister Österreich (499,8), schon in der vergangenen Saison ohne Mannschafts-Sieg, blieb nur der fünfte Platz.

Weiter geht es schon am Freitag mit dem Weltcup im finnischen Kuusamo.

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sid

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