Skiheld wird 50

Wasi bald ein halbes Jahrhundert alt

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Markus Wasmeier ist Deutschlands bekanntester Skifahrer

Köln - 1985 in Bormio sensationell Weltmeister im Riesenslalom, 1994 in Lillehammer zum Finale seiner Ski-Karriere zweimal Olympia-Gold. Markus Wasmeier wird am Montag 50.

In fünf Monaten wird sich Markus Wasmeier bei Olympia in Sotschi wieder die Pisten runterstürzen: Der Mann, dessen Doppel-Triumph bei den Winterspielen 1994 in Lillehammer bald zwei Jahrzehnte zurückliegt, ist als ARD-Experte noch wie ein Junger unterwegs. Dabei wird der bekannteste deutsche Skifahrer der Sportgeschichte am Montag, 9. September, schon 50 Jahre alt.

„Ich fühle mich noch wie damals, nur an manchen Bewegungen merke ich, dass ich älter werde“, sagt Markus Wasmeier, der im Frühjahr bereits die zweite neue Hüfte erhielt. Den Geburtstag feiert er auf besondere Weise: „Wir starten eine dreitägige Radtour zur Familie meiner Frau nach Südtirol.“

Mit dabei sind außer Ehefrau Brigitte, die Wasmeier einst beim Prominenten-Trabrennen in München-Daglfing kennenlernte, die Söhne Markus (Design-Student/20), der zum C-Kader des Deutschen Skiverbandes (DSV) gehörende Lukas (18) und Kilian (16).

In Schliersee, wo er am Samstag „Bavarian Highland-Games“ mit Teilnehmern aus Schottland, Österreich, Schweiz und natürlich Bayern veranstaltet, hat der traditionsbewusste Oberbayer Wasmeier alte Bauernhöfe aus dem 16. und 17. Jahrhundert versetzt und zum Teil liebevoll restauriert. 2005 eröffnete er dort sein privates Bauernhof- und Wintersport-Freilichtmuseum. „Wir haben im Sommer 100.000 Besucher. Ich bin mit 70 Angestellten einer der größten Arbeitgeber im Landkreis Miesbach“, sagt er stolz und fügt lachend hinzu: „Ich bin Manager, Bierbrauer, Schnapsbrenner, Wirt, Landwirt, Handwerker, manchmal Baggerfahrer.“

Markus Wasmeier genießt in der Idylle sein Glück, „auch weil ich mit meinen Träumen nie uferlos war“. Ausgesorgt habe er nicht durch seine Olympiasiege, „aber sie waren ein guter Türöffner“, sagt „Wasi“, der nach der alpinen Karriere in fünf Skifilmen von Willy Bogner mitwirkte und außerdem als Mode-Designer auftrat.

Am Anfang hatte der sportliche Traum gestanden. Dass er sich erfüllen könnte, hatte Klaus Mayr, der Rosi Mittermaier bei Olympia 1976 zum Doppel-Gold führte, früh geahnt, nachdem er das deutsche Männerteam im totalen Leistungstal übernommen hatte. Sensationell war das WM-Gold 1985 für die Öffentlichkeit, die im Fernsehen erlebte, wie der junge Wasmeier mit jugendlicher Unbeschwertheit die Etablierten düpierte.

Es ging erfolgreich weiter. 1986 folgten die beiden ersten Weltcupsiege, und 1987 stand Wasmeier vor dem totalen Weltcup-Triumph in Gesamtwertung, Abfahrt, Riesenslalom, Super-G, doch dann schlug das Schicksal zu: Bruch zweier Rückenwirbel beim schlimmen Sturz im japanischen Furano. Wasmeier schrammte knapp am Rollstuhl vorbei und sagt dennoch: „Keine Sekunde habe ich ans Karrierenende gedacht. Schlimm war, dass meine Siegerski kaputt waren.“

Das Stehaufmännchen lernte 1991 wieder das Siegen, ein Jahr später blieb bei Olympia im französischen Albertville jedoch nur Rang vier im Abfahrtslauf. Doch zwei Jahre später erhielt „Wasi“ die neue Chance auf olympischen Lorbeer. Die erste vergab er in Lillehammer auf fast peinliche Weise: Platz 36 in der Abfahrt.

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Sechs Tage später dann der Super-G. „Im Training fühlte ich mich mies. Und ich hätte fast das Rennen verpasst, weil ich erstmals in der starken Gruppe fuhr und spät eintraf“, erinnerte er sich später. Dann riss es ihm an der Ausfahrt zum Steilhang an einer Flagge die Brille runter, die Mütze rutschte vor die Augen, nach einer Bodenwelle hing er im Spagat - fast das Aus: „Aber ich habe um jede Hundertstelsekunde gekämpft und konnte den Sieg dann kaum fassen.“

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Es wurde der doppelte Wannsinn: Zweites Gold im Riesenslalom, in dem er seit seinem Sensations-Sieg bei der WM 1985 kein Rennen mehr gewonnen hatte - und das trotz überholter Ski-Technik.

SID

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