Ski-WM 2015

Ski-WM: Maze gewinnt die Abfahrt, Rebensburg Zehnte

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Für Viktoria Rebensburg reichte es in der Abfahrt nur für Platz 10.

Beaver Creek - Tina Maze, die neue Ski-Königin: Die 31 Jahre alte Slowenin hat die Abfahrt der Frauen bei den alpinen Weltmeisterschaften in Vail/Beaver Creek gewonnen und Ski-Geschichte geschrieben. Viktoria Rebensburg und Lindsey Vonn enttäuschten.

Die Abfahrts-Olympiasiegerin von Sotschi triumphierte auf der Raptor-Piste in 1:45,89 Minuten knapp vor Super-G-Weltmeisterin Anna Fenninger (Österreich), die 0,02 Sekunden zurücklag, und vor Lara Gut (Schweiz/0,34 Sekunden zurück). „Das mit den Hundertstel ist jetzt schade, aber es ist, als ob es irgendwie eine Gerechtigkeit geben würde“, meinte Fenninger, die im Super-G den Titel mit 0,03 Sekunden vor Maze gewonnen hatte. Hier können sie das Rennen im Live-Ticker nachlesen.

Lindsey Vonn über eine Sekunde zurück

Top-Favoritin Lindsey Vonn (USA) musste sich bei ihrer geplanten Gold-Mission bei einem Rückstand von 1,05 Sekunden mit dem fünften Rang zufrieden geben. Im Ziel blickte sie fassungslos auf die Anzeigetafel, konnte sich aber dennoch zu einem kurzen Winken ins Publikum überwinden. „Ich habe hart gekämpft, leider war ich nicht schnell genug. Ich kann lachen, weil ich gekämpft habe“, sagte die 30 Jahre alte Freundin von Golfer Tiger Woods. „Ich habe kein gutes Gefühl auf der Strecke gehabt. Ich habe alles gegeben, es hat leider nicht geklappt.“

Schon Bronze im Super-G zum Auftakt war zu wenig gewesen für Vonns Ansprüche, das Gesicht der Titelkämpfe wollte bei ihrer Heim-WM in den Rocky Mountains unbedingt Gold gewinnen. Aber schon in den beiden Trainingsfahrten unterstrich die Weltcup-Rekordhalterin ihre Favoritenrolle nicht, die Vorfreude bei den Zuschauern war dennoch groß. Schon eine Stunde vor dem Start meldeten die Veranstalter: Das Red Tail Stadium ist voll. Insgesamt 8500 Zuschauer sahen das Rennen vor Ort.

Enttäuschung bei Viktoria Rebensburg

Die deutschen Fahrerinnen enttäuschten ebenfalls: Viktoria Rebensburg (Kreuth) ging als Zehnte (1,35 Sekunden zurück) nach Platz fünf im Super-G erneut leer aus. Nur 31. unter 39 Starterinnen mit einem Rückstand von 4,54 Sekunden wurde Veronique Hronek (Unterwössen), die als Elfte im Super-G überzeugt hatte.

Rebensburg produzierte wie bei ihrer Fahrt auf Rang fünf im Super-G zu viele Fehler. Sofort winkte die Riesenslalom-Olympiasiegerin von 2010 ab, schüttelte den Kopf und stand dann sekundenlang konsterniert und vornübergebeugt im Zielraum. „Es hat mich im Mittelteil relativ weit nach unten gedrückt, unten hat mir komplett der Speed gefehlt. Schade, oben war ich ganz gut dabei“, analysierte die 25-Jährige ihren Auftritt im ZDF. „Es ist eine Liniensache gewesen, dass man ein bisschen runder in den Schwung rein fährt, um das Tempo mitzunehmen. Das ist mir nicht ganz gut gelungen, es hat nicht ganz gepasst.“

Fokus jetzt auf Riesenslalom

Lange ärgern wollte sie sich aber nicht. „Hilft nichts, weiter geht's“, sagte Rebensburg und richtete den Blick auf die noch ausstehenden Medaillenchancen als Teil der Mannschaft im Team-Event und dem Riesenslalom. „Ich freue mich extrem auf die Rennen, es macht einen Riesenspaß hier zu fahren und irgendwann wird es aufgehen von oben bis unten.“

Dagegen strahlte Maze, im Super-G am Dienstag noch Zweite, nach ihrem dritten WM-Titel über das ganze Gesicht. Ein Abfahrts-Double - Gold bei Olympia und der folgenden WM - war zuletzt vor 30 Jahren der Schweizerin Michela Figini (1984 und 1985) gelungen.

Den Medaillenspiegel der Ski-WM 2015 sehen Sie hier.

sid/dpa/sr

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