Sexy Scharapowa im Blitzlichtgewitter

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Maria Scharapowa bejubelt ihren Sieg

Paris - Maria Scharapowa ist zurück auf dem Tennis-Thron. Und die Damentennis-Organisation WTA ist heilfroh, endlich wieder so eine charismatische Glamour-Frontfrau zu haben.

Wie ein Fan posierte WTA-Präsidentin Stacey Allaster im Blitzlicht-Gewitter des großen Pressekonferenzraums von Roland Garros neben Maria Scharapowa. Bei einer absurden Zeremonie hielt sie der neuen Weltranglisten-Ersten in Paris pinke Blumen und eine WTA-Glas-Vase hin und rief der vermeintlichen Heilsbringerin zu: „Maria, willkommen zurück, du bist die ultimative Botschafterin des Frauentennis!“ Man konnte das auch interpretieren als: Unsere Organisation will keine ständig wechselnden, schwer vermarktbaren Victoria Asarenkas als Nummer eins - wir wollen unser Image aufpolieren mit charismatischen Glamour-Frontfrauen. Und da kommen derzeit nur die launische Serena Williams und Scharapowa infrage.

Die amerikanisierte Russin in sexy schwarzer Sweat-Jacke genoss diesen Moment nach ihrem ersten Finaleinzug bei den French Open am Donnerstagabend amüsiert. Ob das Damentennis sie dringend brauche? „Ich bin schüchtern“, kokettierte die bestverdienende Sportlerin der Welt. Auf 26 Millionen Dollar - das sind umgerechnet etwas mehr als 20 Millionen Euro - schätzt das „Forbes“-Magazin ihr Jahreseinkommen.

Auch sportlich ist das Comeback der 25-Jährigen bemerkenswert. Scharapowa war 2005 als 18-Jährige erstmals die Nummer eins der Tenniswelt und auch wieder 2008, ehe sie ihre rechte Schulter operieren lassen musste. Sie rutschte bis auf Position 126 ab. „Damals wusste ich nicht, ob ich jemals wieder hier auf dieser Bühne sein und Profitennis spielen würde“, erinnert sie sich in ausnahmsweise ernstem Ton. „Das waren viele Tage voller Frust und Ungewissheit.“ Und nun steht sie gar wieder auf eins im WTA-Ranking und im Finale von Paris. „Das ist ein sehr spezieller Tag für mich.“

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Das hat sie auch ihrem erfahrenen Trainer Thomas Hogstedt zu verdanken. Nach ihrer Endspielteilnahme bei den Australian Open (Niederlage gegen die Weißrussin Asarenka) profitiert sie vor allem auf Sand von der Zusammenarbeit mit dem Schweden: Sie feierte prompt in Stuttgart und Rom ihre WTA-Titel Nummer 25 und 26. Vor sieben Jahren hatte sie mal legendär gesagt, sie fühle sich auf Asche wie eine „Kuh auf Eis“. Das sei jetzt nur noch „manchmal“ so, meint sie.

In Paris eilte sie bis auf eine Drei-Satz-Prüfung im Achtelfinale gegen Klara Zakopalova nur so durch die Runden: Ihren souveränen 6:3, 6:3-Sieg gegen Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova im Halbfinale machte sie gar mit einem Ass mit dem zweiten Aufschlag perfekt. Das amüsierte sie selbst. Ihre aktuelle Problemzone sind Doppelfehler.

Die Tennis-Diva mit der schwarz gekleideten Bodyguard-Entourage und dem ein bisschen leiser gewordenen Gestöhne, die beim Publikum polarisiert und unter den Tour-Spielerinnen als meistgehasste Kollegin gilt, gewann schon Wimbledon 2004, die US Open 2006 und die Australian Open 2008. Ein Triumph in ihrer Lieblingsstadt („Ich liebe Shopping in Paris und die Cafés“) ist der einzige Grand-Slam-Titel, der noch fehlt in ihrer Sammlung.

Wenn sie am Samstag die Sandplatzspezialistin und Außenseiterin Sara Errani aus Italien besiegt, würden sich die WTA und die Vermarkter wohl heimlich die Hände reiben. Und die zu den US Open auf den Markt kommende eigene Süßigkeitsmarke „Sugapova“ würde sich wohl noch besser verkaufen.

sid

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