Sexskandal erschüttert renommierte Uni - Trainer gefeuert

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Joe Paterno wurde im Zuge des Skandals entlassen.

Washington - Nach einem Missbrauchskandal hat die Pennsylvania State University ihren langjährigen Football-Coach gefeuert. Studenten laufen Sturm gegen die Entlassung. Doch die Vorwürfe wiegen schwer.

Eine Serie sexueller Missbräuche hat in den USA die Pennsylvania State University erschüttert. Der Präsident der renommierten Hochschule sowie ihr langjähriger Football-Trainer wurden am Mittwochabend (Ortszeit) entlassen. Der offenbar vertuschte Skandal war in den Vortagen ans Tageslicht gekommen. Medienberichten zufolge war an der Uni bekannt, dass ein Assistent des Trainers jahrelang Jungen sexuell missbrauchte, darunter ein Zehnjähriger. Dennoch sei unterlassen worden, die Polizei einzuschalten.

Bei den mindestens acht Fällen zwischen 1994 und 2009 ist auch von Vergewaltigung die Rede - zum Teil in den Räumen der Uni. Wenigstens ein konkreter Missbrauch sei dem Unipräsidenten und dem Trainer vor neun Jahren bekanntgeworden. Ihnen selbst wird zwar von den Justizbehörden kein Versuch der Vertuschung zur Last gelegt. Dafür sind zwei ihrer Mitarbeiter sind ins Visier der Ermittler geraten. Sie sollen Untersuchungen mit Falschaussagen behindert haben.

Krawalle als Reaktion auf Entlassung

Der Assistenztrainer war vorige Woche wegen des Verdachts des Kindesmissbrauchs verhaftet worden, kam aber gegen Kaution wieder frei. Er weist alle Anschuldigungen zurück. Der Mann hatte einst eine Hilfsorganisation für minderbemittelte Kinder gegründet und sei auf diese Weise an seine Opfer gekommen, hieß es in den Medien. Er habe sie häufig mit auf das Sportgelände der Uni gebracht. Auch nach seinem Ruhestand 1999 hatte er noch ungehinderten Zugang.

Der Fall erregt auch deshalb viel Aufsehen in den USA, weil das Footballteam der “Penn State“ eines der erfolgreichsten des Landes ist. Zudem wurde es von dem entlassenen Trainer Joe Paterno mehr als 40 Jahre lang geführt. Paterno hat mit dem College-Team mehr Spiele gewonnen als jeder andere Trainer.

An der Hochschule kam es in der Nacht zu Donnerstag (Ortszeit) zu Krawallen, nachdem die Entlassung der beiden Uni-Mitarbeiter bekanntgeworden war. Tausende Studenten zogen in einem Protestmarsch von der Universität in die Innenstadt von State College, berichtete die “New York Times“ in ihrer Onlineausgabe.

Sie halten den Rauswurf der Trainer-Legende für übertrieben, weil er keine große Rolle in dem Skandal gespielt habe. Die Situation eskalierte, als Demonstranten einen TV-Wagen umwarfen und die Polizei gegen sie mit Pfefferspray vorging.

dpa

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