Selbstkritischer Nowitzki vor elftem All-Star-Spiel

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Dirk Nowitzki wurde elf Mal in Folge für das All-Star-Spiel nominiert.

Dallas - Nach schleppendem Start nähert sich Dirk Nowitzki seiner Top-Form der Finals an und lässt so die Nörgler an seiner elften All-Star-Teilnahme verstummen. Auch wenn er selbstkritisch bleibt.

Ein entscheidender Faktor für Dirk Nowitzkis Erfolg ist seine Fähigkeit zur Selbstkritik. Zum elften Mal in Serie misst sich der Würzburger beim All-Star-Spiel am Sonntag mit den NBA-Größen, doch aus seiner Sicht sollte er in Orlando nicht dabei sein. „Ich will nichts bekommen, was ich nicht verdiene“, sagte der 33-Jährige diese Woche. Bei voller Gesundheit gehöre er zum Kreis der Besten. Aber „du willst für das All-Star-Game die Leistung in diesem Jahr bewerten und ich denke, dass einige der anderen Jungs es wahrscheinlich mehr verdient hätten“.

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Zu alt, zu satt, außer Form - zur Halbzeit der verkürzten Saison hat Nowitzki jeden möglichen Abgesang auf den amtierenden Meister gehört. „Die Zeit lässt sich nicht schlagen, sie holt ihn ein. Seine Tage als DER Mann sind vorbei“, hatte der Ex-Star und TV-Experte Charles Barkley gespottet, nachdem der deutsche Sportler des Jahres Ende Januar acht Tage zur Regeneration aussetzte. „Er sollte eine Verletzung vortäuschen und seinen Platz an jemanden geben, der ihn verdient“, schrieb der renommierte Kolumnist Bill Simmons zuletzt.

Doch nach holprigem Saisonstart strafte Nowitzki seine Kritiker wie so häufig Lügen. In zehn der vergangenen elf Spielen erzielte er mehr als 20 Punkte und führte die Mavs dabei mit sieben Siegen auf Rang vier der Western Conference. „Ich wusste immer, dass er eiskalt ist. Ich habe nie die Leute verstanden, die anders denken“, sagte Kobe Bryant, Allstar der Los Angeles Lakers, „jeder, der Dirk spielen sieht und nicht versteht, wie groß sein Wert ist, sollte nicht an einer vernünftigen Unterhaltung über Basketball teilnehmen.“

Deshalb wählten die NBA-Trainer den Finals-MVP auch diese Saison wieder zum All-Star, nachdem ihn die Fans wie stets zuvor in seiner Karriere bei der Beliebtheitskür für die Startformation verschmäht hatten. Nur 14 Spieler der NBA-Geschichte wurden häufiger nacheinander für den Showevent nominiert. „Es ist großartig, dass die Coaches mir gezeigt haben, dass sie immer noch sehr viel Respekt für mich haben“, meinte Nowitzki.

Mit einer verbesserten Defensiveinstellung hat sich nicht nur der Kapitän, sondern auch das komplette Mavs-Team die Anerkennung der Gegner zurückerkämpft. Dallas kassiert die viertwenigsten Punkte der Liga und konnte dank seiner tiefen Bank bislang selbst die zeitweisen Ausfälle von Jason Kidd, Jason Terry oder Delonte West kompensieren. Auch wegen der vielen älteren Profis im Kader des Titelverteidigers freut sich Trainer Rick Carlisle über die fünftägige Spielpause für seine Mannschaft: „Die Unterbrechung kommt genau zur richtigen Zeit. Unsere Gesundheit ist ein Thema, das wir hinbekommen müssen.“

Auch wenn Nowitzki inzwischen körperlich wieder auf der Höhe scheint, sind von ihm beim Treffen der All-Stars keine Wundertaten zu erwarten. Nur einmal gelangen ihm bislang mehr als 13 Punkte im Spiel, bei dem mehr Wert auf krachende Dunks und Style als auf Taktik, Verteidigung oder eine fundamentale Spielweise gelegt wird.

Bevor sie am Sonntag gemeinsam im West-Team gegen die besten Spieler aus dem Osten auflaufen, machte sich so auch Bryant über Nowitzkis Markenzeichen - den eigenwilligen, aber unglaublich effektiven, einbeinigen Sprungwurf im Rückwärtsfallen - lustig. „Seiner ist einfach hässlich“, scherzte der fünfmalige Champion, der die Variante inzwischen aber selbst adaptiert hat. „es sieht bei ihm schrecklich aus. Meiner ist sexier.“

dpa

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