Porsche ging in Flammen auf

In Mauer gerast: Edwards stirbt bei Testfahrt

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Sean Edwards siegte beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring

Brisbane - Tragisches Ende einer privaten Testfahrt: Der britische Rennfahrer Sean Edwards (26) ist als Beifahrer in Australien ums Leben gekommen.

DTM-Pilot Timo Glock ist „geschockt“, Formel-1-Fahrer Max Chilton betrauert einen „großen Verlust für den Motorsport“ und dem früheren Motorrad-Ass Alex Hofmann fehlen die Worte: Die Rennsport-Welt trauert um den Briten Sean Edwards. Der Gewinner des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring kam am Dienstag im Alter von nur 26 Jahren auf dem Queensland Raceway in Willowbank/Australien ums Leben.

Es ist die zweite Hiobsbotschaft für die Rennsportszene binnen weniger Tage. Erst in der vergangenen Woche war die frühere Formel-1-Testpilotin Maria de Villota an den Folgen ihres Unfalls von 2012 gestorben.

Für Edwards, der auch in der Rennsport-Verfilmung „Rush“ an der Seite von Daniel Brühl spielte, sollte es nur ein kurzer Trip nach Brisbane für private Testfahrten werden. Noch am Dienstag wollte der Führende im Porsche-Supercup zurück nach Europa - und in Hockenheim am kommenden Wochenende beim abschließenden Rennen des Carrera Cups starten. Anfang November hätte Edwards nach drei Saisonsiegen im Saisonfinale in Abu Dhabi den Titel im Supercup holen können.

Doch Edwards' Porsche 996 raste am Dienstag auf der Strecke in der Nähe von Brisbane in eine Mauer und ging in Flammen auf. Die Rettungskräfte vor Ort versuchten vergeblich Edwards, lebend aus dem völlig demolierten Boliden zu befreien. Der 20 Jahre alte Fahrer des Wagens wurde lebensgefährlich verletzt und nach einer mehrstündigen Befreiungsaktion in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben auf der Strecken-Webseite hatte ein Unternehmen die Strecke gemietet und Fahrten in einem grün-schwarzen Porsche angeboten. Er saß als Fahrercoach auf dem Beifahrersitz.

„Wir sind in Gedanken bei seiner Familie und drücken seinen Angehörigen unser tiefstes Beileid aus“, erklärte Porsche-Sportchef Hartmut Kristen in einer Pressemitteilung. „Er war so ein netter und talentierter Junge. Ein großer Verlust für die Motorsport-Welt“, twitterte Glock am Dienstagmorgen.

Auch Mercedes Benz-Motorsportchef Toto Wolff ist bestürzt: „Die Nachricht von Seans tödlichem Unfall hat mich persönlich sehr getroffen. Sean war aufgrund seiner humorvollen und sympathischen Art bei allen, die ihn kannten, sehr beliebt. Mit seiner professionellen Einstellung und seinem hervorragenden Fahrtalent hat er in diesem Jahr bei zwei der weltweit wichtigsten GT-Rennen wesentlich zum Erfolg unserer Marke im Kundensport beigetragen. Wir werden ihn sehr vermissen.“

2013 war ein erfolgreiches Jahr für den Briten: Er gewann die 24-Stunden-Rennen in Dubai und später auf dem Nürburgring - zusammen mit Bernd Schneider, Jeroen Bleekemolen und Nicki Thiim im Team Black Falcon (Mercedes-Benz SLS AMG GT3).

Der Wahl-Monegasse war der Sohn des ehemaligen Formel-1-Fahrers Guy Edwards (70) und schnupperte zuletzt Filmluft. In „Rush“ trainierte er die Fahrer des Films und spielte auch seinen Vater, der 1976 Niki Lauda nach dem Unfall auf der Nordschleife aus dem brennenden Wrack befreit hatte. Für ihn selbst kam am Dienstag jedoch jede Hilfe zu spät.

SID

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