Schwimmen

Maurer WM-Dritte über zehn Kilometer

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Angela Maurer (r) hat bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Barcelona Bronze über zehn Kilometer im Freiwasser gewonnen.

Barcelona - Im Gegensatz zum Olympia-Desaster gibt es bei der WM jeden Tag gute Nachrichten vom Deutschen Schwimm-Verband. Angela Maurer holte sich Bronze im Freiwasser.

Jede Menge Freude statt reichlich Frust - ein Jahr nach dem Olympia-Debakel von London darf sich der Deutsche Schwimm-Verband täglich über WM-Medaillen freuen. Nach einmal Gold, einmal Silber und einmal Bronze steuerte Angela Maurer im Hafen von Barcelona bereits das vierte Edelmetall bei. Die Olympia-Fünfte fiel am Dienstag nach WM-Bronze ihrem Ehemann und Trainer Nikolai Evseev freudestrahlend um den Hals. Platz drei über zehn Kilometer - diese Freiwasser-Medaille von Barcelona hatten selbst die Experten nicht auf dem Zettel. „Erfolg macht süchtig“, erklärte Leistungssportdirektor Lutz Buschkow mit einem breiten Grinsen.

Vier Wettkampftage, vier Medaillen, drei davon in olympischen Disziplinen - diese Siegerehrungsserie würde der DSV nur zu gerne fortsetzen. Bis zum Auftakt der Beckenschwimmer an diesem Sonntag stehen noch zehn weitere WM-Entscheidungen an. „Die Beckenschwimmer kommen in eine positiv gestimmte Mannschaft“, sagte Verbandspräsidentin Christa Thiel mit Vorfreude. Das Team um den Weltjahresbesten Steffen Deibler reist zum Großteil an diesem Mittwoch an. Mit einem zusätzlichen Start kann Britta Steffen rechnen - nach dem angekündigten Verzicht von Daniela Schreiber darf sie ihre Olympia-Revanche auch über 50 Meter Freistil starten.

Noch aber geht es nur bei den Freiwasser-Assen um Medaillen. Und die haben mit drei Medaillen in vier Wettbewerben ihr Soll schon übererfüllt. „Mit dieser Medaille von Angie war absolut nicht zu rechnen. Das ist der Hammer, und wir haben ja noch einige Eisen im Feuer. Wahnsinn, wie sie ihre Erfahrung ausgespielt hat“, schwärmte Bundestrainer Stefan Lurz. Maurer musste sich in einem spannenden Finish mit einer Sekunde Rückstand nur zwei Brasilianerinnen geschlagen geben. Poliana Okimoto Cintra siegte vor Ana Marcela Cunha.

Gemessen an der Zahl der Medaillen zog Maurer durch ihr zehntes WM-Edelmetall mit der viermaligen Weltmeisterin Britta Kamrau gleich. Eigentlich hatte sich Maurer samt Umfeld über 25 Kilometer, auf denen sie schon zweimal Weltmeisterin wurde, deutlich größere Chancen ausgerechnet. „Jetzt kann ich die 25 entspannt angehen“, betonte die Älteste im deutschen WM-Team. Das passende Geschenk wäre weiteres Edelmetall ja, denn an ihrem 38. Geburtstag wird Angela Maurer am Samstag über sechs Stunden im Wasser verbringen. Und Barcelona ist für sie ein gutes Pflaster: 2003 hatte sie an selber Stelle ihre bis zum Dienstag letzte WM-Medaille über zehn Kilometer geholt.

Knapp zwei Kilometer entfernt ging der Sieg im Kunstspringen vom Ein-Meter-Brett an He Zi. Die Chinesin hatte am Ende nur die Winzigkeit von 0,1 Punkten Vorsprung auf die italienische Europameisterin Tania Cagnotto. Tina Punzel wurde achtbare Sechste und kniff nach dem knappen Goldkampf die Lippen zusammen. „Das ist natürlich bitter für Tania“, meinte die 17-Jährige. Sie selbst konnte ein gutes Gefühl mitnehmen für die Entscheidung vom Drei-Meter-Brett, wo sie Europameisterin ist. „Ein sehr schönes Ergebnis“, befand Buschkow. „Eine gute Motivation für ihren Drei-Meter-Wettkampf.“

Beendet ist die WM dagegen für die deutschen Synchronschwimmerinnen. Im Vorkampf der Freien Kür kam das Duett Inken Jeske und Edith Zeppenfeld auf den 18. Platz und erreichte wie erwartet das Finale nicht. Ein echter Härtetest steht am Mittwoch für die Wasserballer an. Nach dem knappen 9:8 gegen Kasachstan hat das Team gegen Weltmeister Italien nichts zu verlieren.

dpa

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