Dopingsünder regelrecht erleichtert

Schwazer: Hatte genug von Heimlichkeiten

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Dopingsünder Alex Schwazer.

London/Bozen - Als die Dopingfahnder am 30. Juli an der Tür von Alex Schwazer klingelten, war der Geher-Olympiasieger regelrecht erleichtert.

„Da wusste ich, dass alles vorbei ist. Ich hatte genug davon, meiner Mutter zu sagen, die Tür nicht zu öffnen oder ihnen zu sagen, ich wäre nicht zu Hause“, sagte der 27 Jahre alte Italiener am Mittwoch während einer Pressekonferenz in Bozen/Südtirol.

Schwazer war den Doping-Jägern vor den Olympischen Spielen als erster prominenter Athlet ins Netz gegangen. Der Olympiasieger von 2008 in Peking über 50 Kilometer Gehen wurde am Montag nach einem positiven Test auf das Blutdopingmittel EPO von den Spielen in London ausgeschlossen. Er hatte danach seinen Rücktritt verkündet: „Mein Leben als Sportler ist seit heute zu Ende.“

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Der Betrug mit dem verbotenen Mittel hat den Athleten belastet. Deshalb habe er bei der vorolympischen Kontrolle am 30. Juli sogar Erleichterung verspürt. „Es ist nicht schön, wenn du dich im Bad einschließen musst, um dir EPO in die Venen zu injizieren, damit es keiner mitbekommt“, gestand Schwazer. Sogar vor seiner Freundin, der italienischen Eiskunstlauf-Weltmeisterin Carolina Kostner, habe er sein Doping geheimgehalten und sie belogen.

Schwazer hatte in London auf den 20-Kilometer-Wettbewerb am vergangenen Samstag verzichtet, um sich angeblich ganz auf die 50 Kilometer an diesem Samstag zu konzentrieren. Nun stellte der Italiener klar, dass er auf den Geher-„Marathon“ auch dann verzichtet hätte, wenn ihn die Dopingfahnder nicht erwischt hätten.

dpa

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