"Richtige Achterbahn im Kopf" - Rückkehr zum Biathlon nach Babypause geplant

Schwangere Hitzer für Skijagd hoch motiviert

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Bis Januar steht sie noch auf den Brettern, dann geht es in den Mutterschutz: Kathrin Hitzer.

Hochfilzen - Ihre Trainingskollegin Kathrin Hitzer ist schwanger, doch während Topstar Neuner im Frühjahr die Skijagd für immer aufgeben will, denkt Kathrin Hitzer schon jetzt über ihr Comeback nach.

Deutschlands Top-Biathletinnen freuen sich auf gemeinsame Kaffeekränzchen statt stressiger Trainingseinheiten. "Wir Frauen sind da sehr emotional und ich merke, wie glücklich Kathrin ist. Nun haben wir beide viel Zeit, um uns zu verabreden", sagt Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner.

"Im ersten Moment dachte ich: Wow, das passiert aber zu einem saublöden Zeitpunkt", erzählt die werdende Mutter im deutschen Weltcup-Team am Rande der Wettbewerbe in Hochfilzen am Pillerseetal. "Ich wusste nicht, ob ich weinen oder lachen soll. Das war eine richtige Achterbahn in meinem Kopf. Einerseits freue ich mich riesig. Ich bin ein Familienmensch und sehr kinderlieb. Andererseits hatte ich im Biathlon nach drei schweren Jahren gerade das Gefühl, es wieder ganz nach vorne schaffen zu können und habe im Sommer mit so viel Spaß trainiert, wie schon lange nicht."

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Biathletin Kathrin Hitzer ist schwanger

Als der Saisoneinstand beim Weltcup in Hochfilzen mit zwei Strafrunden und Sprintplatz 43 so richtig daneben gegangen war, kam Magdalena Neuner sofort zum Trösten hinüber. "Das war ein Rennen zum Loslegen", sagte die Siegerin. Und Hitzer fand, dass ihr Plan, drei Tage nach der prominenten Teamgefährtin ihr persönliches Geheimnis preiszugeben, nicht so ganz perfekt aufgegangen sei. "Meine Gedanken waren offenbar auch nicht immer so bei der Sache. Eine Platzierung um die Plätze 20 bis 25 wäre schön gewesen", sagte sie.

Ärzte geben Grünes Licht bis Ende Januar

Wie es mit der zweimaligen Weltcup-Solosiegerin (Massenstart und Jagdrennen 2008 in Chanty Mansijsk) in den nächsten Wochen weiter gehen wird, ist offen. Bis Ende Januar habe sie zunächst einmal das "Go" der Ärzte, dass Baby erwarten sie und Partner Toni Lang (der ehemalige Weltcupläufer hat seine Karriere beendet) Ende Juni. Aber: "jede Schwangerschaft verläuft anders, da kann man nichts vorhersagen. Ich würde schon gerne noch einige Rennen im Weltcup bestreiten", sagt die 25-Jährige.

Ob am Ende sogar die Weltmeisterschaft auf den heimatlichen Trainingsstrecken in Ruhpolding Anfang März noch ein Thema sein kann, hängt neben dem Verlauf der Schwangerschaft auch von den sportlichen Leistungen der sechsmaligen deutschen Meisterin ab. Bislang hat sie noch keine Startgarantie für die Januar-Rennen in Oberhof, Nove Mesto und Antholz erkämpft. Sicher aber möchte die Schwarzwälderin aus Gosheim aber in den Biathlon-Zirkus zurück kehren. "Mein ganzes familiäres Umfeld ist so supertoll. Die wollen alle, dass ich nicht mit dem Biathlon aufhören und haben mir ihre Hilfe angeboten."

dapd

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