Entscheidung im Herbst

Schonfrist für Heuberger

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Martin Heuberger

Hamburg - Schonfrist für Martin Heuberger: Der Handball-Bundestrainer bekommt vom designierten DHB-Präsidenten Bernhard Bauer zwar keine Job-Garantie, darf aber zumindest bis Herbst weitermachen.

Das Debakel der deutschen Handballer schlägt weiterhin hohe Wellen. Der designierte Verbands-Präsident Bernhard Bauer gibt Martin Heuberger keine Job-Garantie, kündigt aber eine Schonfrist für den Bundestrainer an. Der neue starke Mann des deutschen Handballs, der ab dem 22. September die Geschicke des Deutschen Handballbundes (DHB) lenken wird, plant die Rückkehr in die Weltspitze für 2015 - vielleicht sogar mit Heuberger.

„Eine Job-Garantie hat keiner. Manchmal ist es aber gut, eine Sache erst einmal sacken zu lassen. Hüftschüsse sind meistens nicht treffsicher, zukunftsweisende Entscheidungen brauchen Zeit“, sagte Bauer im SID-Interview. Der 62 Jahre alte Jurist will nach seiner Wahl beim DHB-Verbandstag im Herbst in Düsseldorf mit dem designierten Vize-Präsidenten Bob Hanning zunächst mit Heuberger sprechen, erst dann über ihn.

„Wenn wir von seinem Konzept und seinen Perspektiven überzeugt sein sollten, ist es gut möglich, dass er Bundestrainer bleibt. Es geht nicht darum, ein Bauernopfer zu finden“, sagte Bauer und räumte Heuberger sogar einen „gewissen Bonus“ als Amtsinhaber ein. Der Nachfolger des langjährigen Bundestrainers Heiner Brand besitzt noch einen Vertrag bis 2014.

Angesichts des Verpassens der Olympischen Spiele 2012 und der Europameisterschaft 2014 war Heuberger in den vergangenen Tagen erheblich in die Kritik geraten. Doch obwohl Weltmeistertrainer Vlado Stenzel („Er muss weg“) öffentlich seine Ablösung gefordert und auch Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar („Auch der Bundestrainer muss sich fragen lassen, ob er noch der Richtige ist“) scharfe Kritik geübt hatte, sprach ihm das scheidende DHB-Präsidium um Päsident Ulrich Strombach öffentlich das Vertrauen aus.

„Unsere Aufgabe im neuen Präsidium wird es sein, die momentane Situation gründlich zu analysieren und dann Entscheidungen zu treffen“, sagte Bauer. Der Politiker bezeichnete Heuberger als „sehr engagierten und kompetenten Trainer“, der große Erfolge vor allem im Juniorenbereich vorzuweisen habe. Zudem habe die Nationalmannschaft bei der WM im Januar (Platz fünf) unter ihm begeisternden Handball gezeigt.

Ob am Ende mit oder ohne Heuberger - Bauer fordert die schnelle Rückkehr in die Weltspitze. „Spätestens bei den Olympischen Spielen 2020 soll Deutschland wieder um Gold kämpfen“, sagte der designierte Handball-Boss: „Ich persönlich wünsche mir aber, dass wir ab 2015 wieder zu den besten Nationen der Welt gehören.“ Aufgrund der starken Bundesliga, der Größe des Verbands und den daraus resultierenden Möglichkeiten müsse es das Ziel sein, dass die anderen Handballverbände der Welt wieder „zu uns aufschauen und uns für unsere Arbeit von der Jugend bis in den Erwachsenenbereich bewundern“.

Von einer Selbstbeschränkung der Bundesliga-Klubs beim Einsatz von Ausländern, wie von vielen Experten gefordert, hält Bauer nicht viel. „Das ist kein Königsweg. Wir müssen Kompromisse zwischen Liga und Verband finden“, sagte Bauer.

Ein erster Schritt, die Überbelastung der Spieler zu reduzieren, könnte die Verkleinerung der Liga von 18 auf 16 Vereine sein. „Wenn das zur Lösung beiträgt, kann man darüber reden“, sagte Ligachef Frank Bohmann bei Handball.de.

sid

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