Skifliegen

Schlierenzauer siegt - Neumayer Achter

+
Gregor Schlierenzauer

Vikersund - Vierschanzentournee-Sieger Gregor Schlierenzauer hat Skisprung-Geschichte geschrieben und mit seinem 46. Weltcupsieg die Bestmarke des großen Finnen Matti Nykänen egalisiert.

Gregor Schlierenzauer hat auf dem Monster-Bakken von Vikersund einen weiteren Schritt zur Skisprung-Legende gemacht, die DSV-Adler spielten bei der geschichtsträchtigen Flugshow des Österreichers dagegen nur eine Nebenrolle. Während der Vierschanzentournee-Sieger in Norwegen mit dem 46. Weltcupsieg seiner Karriere die Bestmarke des großen Finnen Matti Nykänen egalisierte, rettete ein beherzter Michael Neumayer als Achter der deutschen Mannschaft beim ersten Skifliegen des Winters die Bilanz.

„46 Siege waren für mich immer ein Meilenstein“, sagte Schlierenzauer: „Das ist unglaublich, so etwas erleben zu dürfen. Im Moment bin ich echt sprachlos.“ Im Alter von gerade einmal 23 Jahren und 19 Tagen erreichte der Tiroler die Marke Nykänens, an der sich Größen wie Adam Malysz (39 Siege), Janne Ahonen (36) und Jens Weißflog (33) die Zähne ausgebissen hatten. Nykänen selbst war seinem letzten Weltcup-Sieg am 1. Januar 1989 25 Jahre und 168 Tage alt.

Am Sonntag kann Schlierenzauer im zweiten Fliegen den nächsten Meilenstein erreichen und mit Sieg Nummer 47 Nykänen überflügeln. Im besten Skisprung-Alter gehen dem Olympiasieger, fünfmaligen Sprung-, viermaligen Flug-Weltmeister und zweimaligen Tournee-Sieger langsam die Ziele aus.

Auf der größten Schanze der Welt musste „Schlieri“ bei schwierigen Bedingungen mit wechselnden Winden und heftigem Schneefall allerdings mächtig zittern. Der Überflieger lag nach 215, 5 m im ersten Durchgang zunächst hinter dem Schweizer Olympiasieger Simon Ammann, der zuletzt im März 2011 im Weltcup erfolgreich war. Dann zeigte Schlierenzauer aber mit 240 m den weitesten Sprung des Tages, Ammann konterte mit 229,5 m - und blieb um die Winzigkeit von 0,5 Punkten hinter seinem Rivalen zurück.

Platz drei ging an Skiflug-Weltmeister Robert Kranjec aus Slowenien, der seinerseits nur 1,1 Punkte hinter Schlierenzauer lag. Der Weltrekord von 246,5 m, den der Norweger Johan Remen Evensen zwei Jahre zuvor an gleicher Stelle aufgestellt hatte, blieb unangetastet.

Die insgesamt sieben deutschen Starter kamen über einige Achtungserfolge nicht heraus. „Skifliegen ist eben eine Herzensfrage. Mal schauen, was am Sonntag kommt“, sagte Bundestrainer Werner Schuster. Herz zeigte immerhin Neumayer (Berchtesgaden), der sich mit 225,5 m im zweiten Durchgang noch auf Platz acht verbesserte. „Das war nach langer Zeit mal wieder ein Sprung zum Genießen“, sagte der 34-Jährige.

Der viermalige Weltcup-Sieger Severin Freund (Rastbüchl), nach 213,5 m im ersten Versuch noch Sechster, erwischte einmal mehr schlechte Bedingungen und fiel mit 206 m noch auf Platz zehn zurück. Richard Freitag (Aue) kam auf Platz 17. Andreas Wank (Oberhof) und Maximilian Mechler (Isny) landeten auf den Rängen 21 und 28. Martin Schmitt (Furtwangen) und Marinus Kraus (Oberaudorf) verpassten als 35. und 36. den zweiten Durchgang.

Altmeister Schmitt brachte es in seiner Karriere immerhin auf 28 Weltcupsiege. Von einem Schlierenzauer trennen ihn aber mittlerweile Welten - und nicht nur 68,5 m wie im ersten Durchgang.

sid

Die Sporthöhepunkte des Jahres 2012 in Bildern

Die Sporthöhepunkte des Jahres 2012 in Bildern

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare