Österreicher nicht zu schlagen

Schlierenzauer feiert 47. und 48. Weltcup-Sieg

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Gregor Schlierenzauer

Harrachov - Der Österreicher Gregor Schlierenzauer hat wenige Stunden nach seinem 47. Weltcupsieg auch das zweite Skifliegen in Harrachov/Tschechien gewonnen und seine Bilanz auf 48 Triumphe ausgebaut.

Gregor Schlierenzauer wurde endgültig zur Skisprung-Legende, für das deutsche Rumpfteam reichte es nur zu durchwachsenen Ergebnissen: Während der österreichische Überflieger mit seinem Siegen Nummer 47 und 48 zum erfolgreichsten Athleten der Weltcupgeschichte avancierte, mussten sich die DSV-Adler bei den beiden Skifliegen in Harrachov/Tschechien mit deutlich weniger begnügen. Bei den nervenaufreibenden Windlotterien am Teufelsberg war der siebte Platz von Michael Neumayer noch das beste Ergebnis.

„Ich glaube, ich darf es jetzt sagen: Ich bin eine Legende. Es ist schon unglaublich, was im Moment mit mir passiert“, sagte Schlierenzauer. Durch seine Triumphe zog der Vierschanzentournee-Gewinner am großen Finnen Matti Nykänen (46 Siege) vorbei und ist nun alleiniger Rekordhalter. „Es fühlt sich extrem alt an, aber auch extrem cool“, sagte der 23-jährige Schlierenzauer, der bei schwierigsten Verhältnissen gleich zwei Siege an einem Tag einfuhr.

Am Morgen ging das von Samstag verlegte Fliegen in zwei Durchgängen über die Bühne, am Sonntag brach die Jury den Wettbewerb nach einer Durchgang ab - es wurde einfach zu gefährlich. „Es war für alle Springer ein schwerer langer Tag“, sagte Bundestrainer Werner Schuster. Neumayer (Berchtesgaden) sorgte mit den Plätzen sieben und 14 für den einzigen kleinen Lichtblick im Lager der DSV-Adler.

„Ich habe nicht den Killerinstinkt draußen gehabt, an der Kante war es gut. Viel mehr war bei diesen schwierigen Verhältnissen auch nicht drin. Ich bin nicht unzufrieden“, sagte Neumayer, der in der Vorwoche beim Skifliegen in Vikersund/Norwegen noch auf Platz zwei landete.

Die deutschen Vorflieger Severin Freund (Rastbüchl), Richard Freitag (Aue), Andreas Wellinger (Ruhpolding) und Martin Schmitt (Furtwangen) fehlten in Tschechien und trainierten stattdessen im italienischen Predazzo für die Nordische Ski-WM in Val di Fiemme (20. Februar bis 3. März). „Es war eine Möglichkeit, Luft zu holen und das Material zu testen. Die haben sie genutzt“, sagte Schuster: „Jetzt kommen anstrengende Tage auf uns zu.“

Marinus Kraus (Oberaudorf) als 19. und Felix Schoft (Partenkirchen) auf Rang 24 konnten bei schwierigsten Bedingungen in Harrachov im Ansatz überzeugen. Im ersten Wettkampf hatte das Duo noch klar den zweiten Durchgang verpasst. Maximilian Mechler (Isny) beendete die Wettkämpfe auf den Rängen 20 und 25. Andreas Wank (Oberhof/172,5/40.) hatte zunächst den Finaldurchgang verfehlt und landete auch am Nachmittag nur auf dem enttäuschenden Platz 37.

Gregor Schlierenzauer, der Überflieger der Szene, war derweil in bester Partylaune, schließlich baute er auch seine Führung im Gesamtweltcup aus. „Das war schon ein Meilenstein. Die Rückreise werden wir jetzt auch zum feiern nutzen“, sagte der Tiroler. Übertreiben wolle er es aber nicht, schließlich will der Team-Olympiasieger in etwas mehr als zwei Wochen auch bei der WM in Italien wieder allen davonfliegen.

sid

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