US Open: Kerber im Achtelfinale - Görges ausgeschieden

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Angelique Kerber steht im Achtelfinale der US Open.

New York - Im Schatten der großen Drei ist Angelique Kerber fast unbemerkt auf Court 17 ins Achtelfinale der US Open gestürmt. Für Julia Görges ist es dagegen schlecht gelaufen.

Julia Görges ist bei den US Open in New York nach großem Kampf ausgeschieden. Die hoch eingeschätzte 22-Jährige aus dem schleswig-holsteinischen Bad Oldesloe unterlag am Freitag in der dritten Runde der an Nummer 13 gesetzten Chinesin Shuai Peng in 1:52 Stunde mit 4:6, 6:7 (1:7). Wie schon bei den drei Grand-Slam-Tennisturnieren dieses Jahres in Melbourne, Paris und Wimbledon verpasste die Weltranglisten-21. wieder den ersten Einzug ins Achtelfinale. Den hatte vor die Kielerin Angelique Kerber durch ein 6:3, 6:1 gegen die Russin Alla Kudriawtsewa geschafft.

Zuvor hatte die Weltranglisten-92, Angelique Kerber, die Russin Alla Kudrjawzewa in nur 72 Minuten mit 6:3, 6:1 besiegt. Kerber schaffte damit als erste von möglicherweise sechs deutschen Profis den Sprung in die Runde der letzten 16. Die 23-Jährige aus Kiel ist damit zumindest ein bisschen aus dem Schatten des Power-Trios Andrea Petkovic, Sabine Lisicki und Julia Görges herausgetreten. In ihrem ersten Achtelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier überhaupt trifft Kerber am Sonntag auf die ebenfalls ungesetzte Monica Niculescu (Rumänien).

Die Siegesserie von New York wirkt bei Kerber wie Balsam auf die geschundene Seele. Zehn Erstrundenpleiten hatte sie im Seuchenjahr 2011 bislang kassiert. Von Rang 45 zu Jahresbeginn war die Linkshänderin mit polnischen Wurzeln sogar bis auf Rang 107 abgerutscht.

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Licht am Ende des Tunnels sah sie erstmals vor knapp zwei Wochen, als sie beim Hartplatz-Turnier in Dallas erst im Halbfinale ausschied. „Ich hatte gemerkt, dass ich vorher von Turnier zu Turnier gereist war, ohne mein Spiel weiterentwickeln zu wollen. Das habe ich dann versucht, zu ändern“, beschrieb Kerber den Knackpunkt. Inzwischen hat sie einen Fokus, zieht ihr aggressives Spiel konsequent durch, bleibt aber trotzdem offen für Variationen.

Bereits in der zweiten Runde der US Open hatte Kerber durch ihren Erfolg über die an Position zwölf gesetzte Agnieszka Radwanska (Polen) für Aufsehen gesorgt. Bei den bisherigen drei Grand-Slam-Turnieren des Jahres war sie jeweils schon in der Auftaktrunde gescheitert.

Ein wunder Punkt bleibt aber das Thema Fed Cup. Kerber nimmt es Teamchefin Barbara Rittner noch immer übel, dass diese für das Heimspiel gegen die USA (5:0) im April ihr die lange Zeit verletzte Lisicki vorgezogen hatte. Zwischen Kerber und Rittner herrscht seitdem Funkstille. Doch die Norddeutsche hat den Mannschaftswettberb noch nicht abgehakt. „Ich bin weiterhin bereit zu spielen“, sagte Kerber. Im Februar 2012 steht die Erstrundenpartie der Weltgruppe gegen Tschechien an.

In völlig unterschiedlichen Stimmungslagen gehen am Samstag Andrea Petkovic und Tommy Haas in ihre Drittrundenpartien. Die an einem Meniskuseinriss im rechten Knie laborierende Weltranglistenelfte fühlt sich bei ihrer gefährlichen Mission nicht wirklich wohl in ihrer Haut. Dennoch will sie ihr Ding durchziehen. „Acht Leute in meinem Umfeld wollen mich vom Spielen abhalten. Aber mich kann keiner abhalten, bevor es nicht krach macht“, erklärte Petkovic, die auf Roberta Vinci (Italien/Nr.18) trifft. Ausgerechnet ein italienscher Arzt soll bei „Petko“ mit einer Lasertherapie für Linderung sorgen.

Für Rückkehrer Haas sind die Tage von New York ein Stück gelebter Glückseligkeit. „Mittlerweile kann ich sogar die Anspannung genießen, die Nacht vor einem Spiel oder das Abendessen davor. Dieses Gefühl bekommt man nirgendwo anders geboten“, sagte der nach 15-monatiger Verletzungspause erst im April auf die ATP-Tour zurückgekehrte Haas. Im direkten Duell mit dem ebenfalls ungesetzten Juan Monaco steht es 2:1 für den Argentinier. Zuletzt verlor Haas Mitte August gegen Monaco. Doch inzwischen fühlt sich der 33-Jährige wieder ein wenig „wie der alte Tommy Haas.“

sid

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