Russische Geher räumen ab - Drittes WM-Gold

Daegu - Russlands Geherschule hat der Konkurrenz eine Lektion erteilt. Drei Entscheidungen, dreimal Gold, sechs Medaillen. Sergej Bakulin triumphiert im 50-Kilometer-Marathon.

Russlands Geher waren der absolute Renner auf den Straßen von Daegu. Auch bei Sergej Bakulin lief es am Samstag wie geschmiert: Der 24-Jährige feierte im 50-Kilometer-Marathon nach einer souveränen Vorstellung bei der 13. Leichtathletik-WM in 3:41:24 Stunden seinen ersten WM-Titel.

Dank Weltrekordler Denis Nischegorodow (3:42:45), der auf dem City-Rundkurs nach einem fulminanten “Endspurt“ noch Zweiter wurde, landeten die Russen eine Doppelerfolg und räumten bei den Titelkämpfen in Südkorea fast alles ab: Drittes Gold im dritten Wettbewerb und sechs der neun Medaillen.

“Ich kann noch gar nicht begreifen, dass ich gewonnen habe, und was passiert ist. Viele Leute sagen ja, das ist die härteste Disziplin in der Leichtathletik“, meinte Hobby-Angler Bakulin, nachdem er Gold an Land gezogen hatte. “Meine Taktik hat sich ausgezahlt“, erklärte der EM-Dritte von 2010. Sein Teamkollege wollte Gold - und holte Silber. “Meine Leistung war nicht gut genug“, gab Nischegorodow zu. Bronze ging an den Australier Jared Tallent (3:43:36).

Die Vorentscheidung auf der längsten WM-Distanz fiel bereits kurz nach der Halbzeit: Zwischen Kilometer 25 und 35 verlor der führende Australier Nathan Deakes 2:45 Minuten auf Bakulin. Fast mühelos passierte der Russe den Ex-Weltmeister bei Kilometer 32 und gab die Führung nicht mehr ab. Dabei hatte Deakes zwischenzeitlich schon 31 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger.

Dann nahm das einzige Drama in einem spannungsarmen Rennen seinen Lauf: Deakes legte immer wieder Pausen ein, der 34-Jährige blieb stehen und fasste sich an den Oberschenkel. Die Abstände zwischen den Stopps wurden kürzer, Bakulins Vorsprung größer. Als gar nichts mehr ging, stieg Deakes aus. Hemmungslos heulend, beugte sich der Weltmeister von 2007 über ein Absperrgitter. Keiner konnte ihn trösten.

Auch für Frankreichs Europameister Yohan Diniz ging der Medaillentraum nicht auf. Der ausgewiesene Weinexperte war richtig sauer: Er führte bis Kilometer 15 - doch nach der dritten Roten Karte war der WM-Zweite von 2007 raus.

Ein deutscher Geher war auf der längsten WM-Strecke nicht am Start. Der Potsdamer Christopher Linke - über 20 Kilometer auf Platz 21 gelandet - musste wegen einer Lymphknotenentzündung passen.

dpa

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