Für 23 Millionen US-Dollar

Russen ersteigern Klitschko-Kampf

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Wladimir Klitschko (Foto) boxt gegen Alexander Powetkin

Berlin - Eine russische Veranstaltungsagentur hat die Rechte für den WM-Kampf im Schwergewicht zwischen Mehrfach-Weltmeister Wladimir Klitschko und Alexander Powetkin teuer ersteigert.

Kampf der Superlative - Rekordbörse für Wladimir Klitschko: Mit der Ersteigerung des WM-Fights zwischen Klitschko (Ukraine) und Alexander Powetkin (Russland) für sage und schreibe 23 Millionen US-Dollar hat der russische Promoter Wlad Chrunow das Boxen in neue Dimensionen geführt. „Das ist meines Wissens Rekord für ein Bieterverfahren“, sagte Klitschkos Manager Bernd Bönte dem SID.

Für Vierfach-Champion Klitschko wird der Kampf zum Mega-Zahltag. Nach den Regularien des Weltverbandes WBA gibt es bei der Börse einen Verteilerschlüssel von 75:25. Demnach erhält Champion Klitschko 17,25 Millionen Dollar, Powetkin bekäme immerhin noch 5, 75 US-Dollar. „Das ist für Wladimir die bislang höchste Börse“, so Bönte.

Bönte und Powetkins Stall Sauerland hatten bei der Versteigerung in Panama-Stadt mitgeboten. Das Klitschko-Lager legte 7,1 Millionen Dollar auf den Tisch, Sauerland sechs Millionen. Beide hatten aber keine Chance gegen den langjährigen Powetkin-Manager Chrunow, der potente Geldgeber im Rücken hat. „Dieses Gebot ist wirklich der absolute Hammer“, sagte Kalle Sauerland.

Der Mega-Fight soll am 31. August in Moskau stattfinden. Das Motiv der Russen ist nicht unbegründet: Sollte Klitschko in seinem 64. Profi-Kampf tatsächlich zu Boden gehen und die WM-Krone abgeben, wäre die russische Hauptstadt Schauplatz eines sporthistorischen Ereignisses.

Drei Wochen hat Chrunow nun Zeit, mit den beiden Kämpfern einen Vertrag abzuschließen. Sollte er das nicht schaffen, fallen die Austragungsrechte - wie zuletzt bei Don King mit dem WM-Fight von Marco Huck geschehen - an das zweithöchste Gebot. Allerdings werden dann zehn Prozent Strafe fällig. Bei Muli-Millionär Don King waren es gerade mal 150.000 Euro - Chrunow wäre mit gut zwei Millionen Dollar dabei.

Börsen im zweistelligen Millionenbereich sind keine Seltenheit im Boxen. So erhielt der frühere Schwergewichts-Weltmeister Mike Tyson (USA) 1988 für seinen K.o.-Sieg gegen Michael Spinks die damalige Rekordsumme von 22 Millionen US Dollar. Die Börse ergab sich aus den Einschaltquoten im Pay-TV und war nicht - wie jetzt im Falle von Klitschko - vor dem Kampf in der Höhe festgelegt.

Wahrscheinlich wird der Fight der beiden Olympiasieger Klitschko und Powetkin in der Moskauer Olympiahalle steigen. Dort hatte Klitschkos älterer Bruder Witali im vergangenen September seinen WBC-Titel im Schwergewicht gegen Manuel Charr durch technischen K. o. in der vierten Runde verteidigt. Bis zu 60.000 Besucher fasst die Halle und bietet damit den geeigneten Rahmen für das Nachbarschaftsduell Russland gegen die Ukraine.

Zweimal schon wollten die beiden Schwergewichtler gegeneinander antreten, zweimal schon wurde das Duell versteigert, doch jedes Mal zog der Russe Powetkin zurück. 2008 musste der Linksausleger wegen einer Verletzung am Sprunggelenk absagen, zwei Jahre später kam der Fight nicht zustande, weil Powetkins Vater gestorben war.

Während Powetkin in 25 Profikämpfen bislang ungeschlagen ist, gewann der 37 Jahre alte „Dr. Steelhammer“ 59 seiner 62 Profikämpfe, 51 davon durch K.o. Am 4. Mai steigt der Olympiasieger von 1996 wieder in den Ring. Gegner ist in Mannheim Francesco Pianeta aus Gelsenkirchen.

sid

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