Roth-Zwillinge nach Krebsdiagnose: "Haben gemeinsam geweint"

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Uli (l.) und Michael Roth bei ihrer Buchvorstellung 2009

Frankfurt/Main - Der frühere Handball-Nationalspieler Uli Roth hat zwei Jahre nach seiner Krebsdiagnose intime Details über die Folgen der Krankheit verraten.

Bei dem 49-Jährigen war im Jahr 2009 ebenso wie bei seinem Zwillingsbruder Michael Roth, der aktuell den Bundesligisten MT Melsungen trainiert, ein bösartiger Tumor in der Prostata entdeckt worden.

„Im Alltag haben mein Bruder und ich inzwischen aber kein Inkontinenzproblem mehr. Nur wenn Michael als Trainer am Spielfeldrand steht und plötzlich laut losschreit, können sich schon mal ein paar Tropfen verabschieden“, schrieb Musikmanager Uli Roth in einem Beitrag für die Bild-Zeitung. In solchen Situationen müsse man sich mehr auf die Beckenbodenmuskulatur konzentrieren. Die könne man aber trainieren.

Ausgerechnet am 14. Geburtstag seiner Tochter hatte der 44-malige Nationalspieler Michael Roth damals die Hiobsbotschaft erhalten. „Zuerst wollte er die Feier nicht versauen, aber dann erzählte er doch von seiner Diagnose“, berichtete der frühere Kreisläufer Uli Roth: „Wir haben alle gemeinsam geweint.“ Erschwert wurde die Situation noch durch die Tatsache, dass bei der Mutter der beiden im gleichen Zeitraum ein Tumor in der Niere entdeckt wurde - und das alles kurz vor der Goldenen Hochzeit der Eltern.

Am Tag von Michaels Operation wurde dann auch Uli mitgeteilt, dass er Krebs habe: „In den nächsten Wochen durchlebte ich quasi dasselbe wie mein Bruder. Inklusive der Windeln.“ Mittlerweile haben die beiden Olympiazweiten von 1984, die bereits das Buch „Unser Leben - unsere Krankheit“ veröffentlich haben, gelernt, mit den Folgen zu leben.

Und Uli Roth (151 Länderspiele) kann dem Erlebten sogar etwas Positives abgewinnen. „Der erste Sex nach so einer OP ist gut, leidenschaftlich, sogar irgendwie inniger als sonst - weil er nicht mehr nebenbei stattfindet, sondern mit mehr Konzentration“, meinte der Manager der Musikgruppe Pur.

sid

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