"Habe Tennis sicher nicht verlernt"

Federer kündigt große Siege an

+
Selbstbewusst ins Jahr 2014: Roger Federer.

Zürich - Nachdem monatelang andere über ihn geredet haben, meldet sich Roger Federer nun selbst zu Wort. Für 2014 kündigt der Maestro wieder große Siege an: "Tennis habe ich sicher nicht verlernt."

John McEnroe und Novak Djokovic waren sich einig, das Urteil der Tennis-Experten über den Maestro fiel vernichtend aus. Roger Federer sei zu alt, zu langsam und eines sei gewiss: Ein Grand-Slam-Tunier wird der 17-malige Titelträger aus der Schweiz nie wieder gewinnen. Auch seine Eltern Robert und Lynette gaben bereitwillig Auskunft, während der Rekordmann selbst schwieg. Wenige Tage vor Beginn der Saisonvorbereitung meldet sich Federer nun zu Wort und kündigt große Triumphe für das kommende Jahr an.

„Ich sehe keinen Grund, weshalb ich 2014 nicht wieder besser spielen und große Siege erringen sollte. Ich habe weiterhin große Ziele, denn das Tennis habe ich sicher nicht verlernt“, sagt Federer in einem Gespräch, veröffentlicht auf der Webseite eines seiner Schweizer Sponsoren.

Die Saison 2013 - die schwächste seiner Karriere, seitdem er zu Beginn des neuen Jahrtausends in die Weltspitze gestürmt war - scheint Federer verdaut zu haben. Von einem verlorenen Jahr will der 32-Jährige nicht sprechen. „Es war unter diesen Umständen sogar eine interessante Saison“, sagt Federer, der zum ersten Mal seit elf Jahren kein Grand-Slam-Finale erreichte und nur beim Rasenturnier in Halle/Westfalen triumphierte.

Federer spricht von einer spannenden Erfahrung - „zu sehen, wer wie reagierte und wie ich selbst mit dieser Situation umging. Ich konnte mich ja teilweise kaum richtig bewegen und wurde dennoch von einigen hart kritisiert.“ Man merkt: Mehr als die überraschenden Niederlagen haben den Publikumsliebling die Diskussionen über seine Klasse getroffen: „Immerhin war ich im Herbst 2012 noch die Nummer eins.“

Die Pleiten gegen Sergej Stachowsky in Wimbledon und gegen Tommy Robredo bei den US Open erklärt er mit dem Trainingsrückstand, ausgelöst durch Rückenschmerzen beim Masters in Indian Wells. „Neben den Rückenproblemen erlitt ich auch sonst Rückschläge wie selten in den vorangegangenen zehn Jahren“, sagt Federer, die Lust am Tennis habe er aber nie verloren: „Wichtig ist für mich, dass ich mir gegenüber ehrlich bin. Ich bin einer, der oft alles hinterfragt, das habe ich auch getan, als es bei mir am besten lief. `

Im Unterschied zum vergangenen Jahrzehnt griffen Federers Maßnahmen 2013 nicht, die Krise weitete sich aus. `Ich habe monatelang mit der Angst vor Rückenschmerzen gespielt und mir dabei Sachen angewöhnt, die falsch sind“, erklärte er nun: „Ich orientierte mich auf dem Platz nach hinten statt nach vorne, verlor meine übliche Aggressivität. So wurde ich irgendwie zu einem anderen Spieler. Nun braucht es Zeit, bis ich das alles wieder aus meinem System entfernen kann.“

Den ersten Schritt dafür will er in der Vorbereitung auf die kommende Saison gehen, Showturniere mit dem Superstar wird es vorerst nicht mehr geben: „Wichtig ist, dass ich ohne Rückschläge im Dezember in Dubai hart durchtrainieren kann.“ Bis April hofft Federer, seinen Rückstand auf die Top-Leute Djokovic, Nadal und Murray aufgeholt zu haben. Denn: „Ich möchte wieder etwa fünf Turniere gewinnen und große Endspiele bestreiten.“

SID

Kommentare