Heim-Weltcup am Königssee

Langenhan stiehlt Loch die Schau

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Andi Langenhan ist Europameister

Königssee - Rodel-Europameister Andi Langenhan hat Lokalmatador Felix Loch beim Heim-Weltcup am Königssee die Schau gestohlen und seinen ersten Sieg im vorolympischen Winter eingefahren.

Die deutschen Rennrodler fahren mit der Konkurrenz weiter Schlitten und sind auch nach sieben Saison-Wettbewerben unbesiegt. Nach den Erfolgen von Natalie Geisenberger (Miesbach) bei den Frauen und dem Herren-Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) beim „Heimspiel“ in Königssee verteidigte am Sonntag Andi Langenhan mit seinem überraschenden Erfolg vor Olympiasieger Felix Loch die makellose deutsche Bilanz.

„Ich bin immer für eine Überraschung gut, nach vorne und nach hinten“, sagte Sieger Andi Langenhan, der mit seiner Laufbestzeit im ersten Durchgang den Grundstein zu seinem sechsten Sieg im Viessmann-Weltcup gelegt hatte. Zwar konnte Felix Loch im zweiten Lauf mit einer Bestzeit kontern, doch der 23-Jährige aus Berchtesgaden verfehlte seinen zweiten Saisonsieg am Ende um 41 Tausendstelsekunden. Den deutschen Dreifach-Erfolg machte David Möller (Sonneberg/0,263 Sekunden zurück) perfekt.

Bundestrainer Norbert Loch geriet angesichts der anhaltenden Dominanz seiner Schützlinge ins Schwärmen. „Die gesamte Mannschaft ist so stark, das hat sie wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, sagte der Vater von Felix Loch. Schmerzhaft war für Norbert Loch an einem gelungenen Tag nur das Abklatschen mit Sieger Andi Langenhan. Dabei zog sich der Coach eine blutende Wunde an der Hand zu.

In eigener Liga fahren derzeit Tobias Wendl/Tobias Arlt. Wie eine Woche zuvor beim Auftakt in Innsbruck-Igls setzte sich das Duo vor Toni Eggert/Sascha Benecken (Friedrichroda/Suhl) durch. Die WM-Zweiten hatten nach zwei Läufen 0,415 Sekunden Rückstand. Die österreichischen Olympiasieger und Weltmeister Andreas und Wolfgang Linger (+0,949) wurden Dritte.

„Wir sind mental stärker geworden. Wir wissen, dass wir vorne dabei sind, wenn wir zwei gute Läufe runterbringen“, sagte Arlt. Norbert Loch hatte mit der Dominanz der „Doppler“ nicht gerechnet: „Ich bin überrascht, in welcher Stärke unsere Doppel ihre Leistung bringen. Für die Österreicher wird es schwer.“

Tatjana Hüfner, die in Innsbruck-Igls auf Rang vier gefahren war, brachte bei den Frauen den besten zweiten Lauf auf die Bahn und machte mit Platz zwei hinter Nathalie Geisenberger die Enttäuschung der Vorwoche (Platz vier) etwas vergessen. „Meine Trainer und ich wissen, was wir falsch gemacht haben. Wichtig ist es, bei den Höhepunkten im Januar und Februar ganz oben zu stehen“, sagte Hüfner.

Dritte hinter dem deutschen Duo wurde die Kanadierin Alex Gough (+0,151). Auftaktsiegerin Anke Wischnewski (Oberwiesenthal) landete auf Rang vier (+0,416). In Junioren-Weltmeisterin Aileen Frisch (Altenberg/+0,563) erreichte eine weitere deutsche Athletin eine Platzierung unter den ersten fünf.

Königssee war nach der kurzfristigen Schließung der Bahn im italienischen Cesana als Ausrichter eingesprungen. Am 5./6. Januar 2013 findet an gleicher Stelle ein weiterer Weltcup statt.

In Innsbruck-Igls hatten die deutschen Rennrodler am vergangenen Wochenende die internationale Konkurrenz deklassiert. Angeführt von Felix Loch war den Männern ein Fünffach-Triumph gelungen, dazu hatte es bei den Frauen und den Doppelsitzern Doppelsiege gegeben. Auch die Team-Staffel war erfolgreich.

sid

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