Riis mit Contador zur Tour: "Fahren auf Sieg"

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Bjarne Riis ist Chef des Teams Saxo Bank-SunGard

Kopenhagen/Berlin - Das Radsport-Team Saxo Bank-SunGard will seinem umstrittenen Kapitän Alberto Contador bei der Tour de France zum vierten Gesamtsieg verhelfen. Die Konkurrenz schickt vier Kapitäne ins Rennen.

Alle für einen, vier gegen einen: Das Radsport-Team Saxo Bank-SunGard gibt bei der Tour de France alles für den vierten Gesamtsieg seines umstrittenen Kapitäns Alberto Contador - und trifft auf geballten Widerstand des US-Konkurrenten Radioshack. Gleich vier Kapitäne, darunter auch Routinier Andreas Klöden, sollen den Spanier Contador und auch dessen Luxemburger Widersacher Andy Schleck vom Leopard-Trek Team ausbremsen. Die Frankreich-Rundfahrt beginnt am 2. Juli.

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Contadors Team-Chef Bjarne Riis kündigte am Mittwoch bei der Nominierung der neunköpfigen Mannschaft an: “Wir fahren auf Sieg. Alle Fahrer sind in der Lage, Alberto bestmöglich zu unterstützen.“ Riis, der 1996 gedopt die Tour de France gewonnen hatte, sagte zudem: “Das Team kann sowohl Alberto schützen als auch aggressiv fahren. Wir sind stark auf flacher Strecke und in den Bergen.“

Eine erneute Contador-Triumphfahrt will dagegen Radioshack verhindern. Der Rennstall setzt in Klöden, dem Slowenen Janez Brajkovic und den beiden US-Altmeistern Chris Horner und Levi Leipheimer auf gleich vier potenzielle Podestfahrer. “Zu viele Kapitäne zu haben, ist sicherlich keine ideale Situation, aber wir sind zuversichtlich, dass wir das in einen Vorteil umwandeln können“, sagte Teamchef Johan Bruyneel auf der Radioshack-Internetseite. “Gemeinsam sind wir stark genug, um gegen Contador und die Schlecks zu kämpfen.“

Unterdessen kritisierte Tour-Direktor Christian Prudhomme den Internationalen Sportgerichtshof CAS, bei dem ein Doping-Verfahren gegen Contador anhängig ist. “Es ist schwer nachzuvollziehen, dass wir nach einem Jahr noch immer keine Entscheidung haben und bis nach der Tour warten müssen“, sagte Prudhomme dem französischen Internetdienst “rmc.fr.“. “Wir haben gehofft, ihn frei von allen Dopingvorwürfen begrüßen zu können. Anders habe ich mir das auch seit Monaten nicht vorstellen können, besonders da der Anhörungstermin vor der Tour feststand.“

Die Contador-Verhandlung war ursprünglich für den Zeitraum vom 6. bis 8. Juni angesetzt. Der CAS räumte den Parteien jedoch vor einigen Wochen mehr Zeit zur Vorbereitung ein und setzte den neuen Termin für den 1. bis 3. August an. Der Spanier war 2010 bei seinem dritten Triumph in Frankreich positiv auf das verbotene Kälbermastmittel Clenbuterol getestet worden. Er begründete dies mit dem Verzehr von kontaminiertem Fleisch. Weil der spanische Radsport-Verband RFEC ihn aber von jeglichem Fehlverhalten freigesprochen hatte, gingen die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und der Radsport-Weltverband (UCI) in Berufung und brachten den Fall vor den CAS.

dpa

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