Freitag im Hexenkessel top, Freund enttäuscht

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Das Treppchen verpasste er zwar. Aber auch über Platz vier kann sich Richard Freitag freuen.

Zakopane - Dank eines starken zweiten Durchgangs und etwas Windglück ist Richard Freitag beim Weltcup im polnischen Zakopane auf den vierten Rang geflogen. Ganz oben stand einmal mehr ein Norweger.

Die Stimmung im Hexenkessel von Zakopane erreichte gerade ihren Siedepunkt, da schritt Richard Freitag zufrieden und cool durch das Skistadion: Als bester deutscher Skispringer flog der 21-Jährige aus Aue beim Weltcup in Polen dank eines starken zweiten Durchgangs und etwas Windglück auf den vierten Platz und untermauerte beim Sieg des Norwegers Anders Jacobsen seine gute Verfassung. Denn schon beim Weltcup in Wisla am Mittwoch hatte Freitag das beste deutsche Resultat geliefert, mit dem zweiten Platz geglänzt und seinen zweiten Weltcup-Erfolg nur knapp verpasst.

Vor knapp 40.000 begeisterten Zuschauern erreichte Freitag mit Sprüngen von 130,0 und 127,5 Metern insgesamt 262,0 Punkte. Zum drittplatzierten Lokalmatadoren Kamil Stoch, der zur Halbzeit noch geführt hatte, fehlten ihm 6,7 Punkte. Rang zwei ging in Anders Bardal (271,6) ebenfalls an einen Norweger.

Während Freitag nach der ernüchternden Vierschanzen-Tournee die „Polen-Tour“ nutzte, um Selbstvertrauen zu tanken, musste der Gesamtweltcup-Dritte Severin Freund (Rastbüchl) nach seinem Absturz im letzten Springen der Tournee einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Trotz guter Bedingungen belegte der viermalige Weltcup-Sieger mit Weiten von jeweils 123,0 und 239,20 Punkten nur den 22. Platz - die Konkurrenz flog ihm schon wieder davon.

Derweil präsentierte sich die DSV-Mannschaft im Vergleich zum Springen in Wisla neuformiert. Die nach der enttäuschend verlaufenden Vierschanzen-Tournee pausierenden Freund und Youngster Andreas Wellinger (Ruhpolding) kehrten ins Team zurück, Bundestrainer Werner Schuster wurde von seinem österreichischen Landsmann Stefan Horngacher vertreten.

Abgesehen von Freitags erneut guter Leistung sah der Interims-Chef von seinen Athleten allerdings größtenteils durchwachsene Sprünge. Neben Freund verpasste auch Andreas Wank (Oberhof/238,40) als 24. eine Platzierung unter den ersten 20.

Nach seiner Erholungspause landete zudem Wellinger bereits nach 122,5 Metern und fehlte damit etwas überraschend im zweiten Durchgang der besten 30 ebenso wie Maximilian Mechler (Isny) nach seinem 115,0-Meter-Sprung. Karl Geiger (Oberstdorf) war als einziger DSV-Athlet bereits in der Qualifikation knapp gescheitert.

Auch wegen der starken Sprünge der internationalen Elite musste derweil der österreichische Tournee-Sieger Gregor Schlierenzauer, der wegen eines grippalen Infekts in Wisla nicht über den Bakken gegangen war, seinen 46. Weltcup-Sieg und damit die Einstellung des Rekordes der finnischen Legende Matti Nykänen verschieben.

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„Ich fühle mich wie 90, will aber springen“, schrieb der 45-malige Weltcup-Sieger noch vor dem ersten Durchgang in Zakopane auf seiner Facebook-Seite. Am Ende reichte es für den geschwächten Schlierenzauer, der den Team-Wettbewerb am Freitag wegen seiner Erkrankung ebenfalls ausgelassen hatte, zu einem ordentlichen achten Platz. Die nächste Chance auf den Rekordsieg bietet sich Schlierenzauer, sofern er denn wieder gesund wird, beim nächsten Weltcup im japanischen Sapporo am kommenden Wochenende.

SID

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