In Wisla

Richard Freitag fliegt aufs Treppchen

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Beinahe wäre Richard Freitag zu seinem zweiten Weltcupsieg seiner Karriere gesprungen.

Wisla - Das Daumendrücken von Sofa-Sitzer Severin Freund hat geholfen: Mit der Hilfe seines pausierenden Zimmerkollegen ist Richard Freitag nur knapp am zweiten Sieg seiner Karriere vorbeigeflogen.

Der 21-Jährige aus Aue landete bei der Premiere der Adam-Malysz-Schanze im polnischen Wisla auf einem starken zweiten Platz. Nur drei Tage nach der Vierschanzentournee musste Freitag einzig dem überragenden Norweger Anders Bardal den Vortritt lassen.

„Ich schaue gerade Skispringen aus der Sofa-Perspektive und drücke Richard die Daumen“, hatte Freund während des Wettkampfs getwittert. Es sollte helfen: Freitag stand im ersten Durchgang bei schwierigen Windverhältnissen mit 131,0 Metern den weitesten Sprung des Tages, ehe er einen Satz auf 126,5 m folgen ließ. Auf Bardal, der Freund mit seinem ersten Saisonsieg im Gesamtweltcup auf Rang drei verdrängte, fehlten allerdings 12,2 Punkte. Rang drei ging in Rune Velta an ein weiteres Mitglied der norwegischen Mannschaft, die kurz vor dem Wettkampf noch bestohlen worden war.

Zweitbester Deutscher war in Abwesenheit von Freund und Andreas Wellinger (Ruhpolding) der Routinier Michael Neumayer (Berchtesgaden) auf Platz 14. Andreas Wank (Oberhof) fiel im zweiten Durchgang noch vom sechsten auf den 18. Platz zurück.

Tournee-Sieger Gregor Schlierenzauer hatte seinen Start kurzfristig abgesagt. Der Österreicher blieb mit leichtem Fieber und Gliederschmerzen im Bett. Der 23-Jährige verpasste damit auch die erste Chance auf seinen 46. Weltcup-Sieg, mit dem er die Bestmarke des Finnen Matti Nykänen eingestellt hätte. Die nächste Gelegenheit bietet sich am Samstag in Zakopane.

Viel Pech mit dem Wind hatten der bei der Tournee starke Martin Schmitt (Furtwangen) sowie Maximilian Mechler (Isny) und Karl Geiger (Oberstdorf), die alle den zweiten Durchgang verpassten. Danny Queck (Lauscha) trat wegen beim Volleyball erlittener Knieschmerzen erst gar nicht an.

Nicht nach Wisla gereist waren Freund und Wellinger, die am Wochenende in den Weltcup zurückkehren. Ebenfalls entschuldigt war der polnische Volksheld Malysz: Der Namensgeber der Schanze ist derzeit bei der Rallye Dakar als Pilot im Einsatz.

Die Sporthöhepunkte des Jahres 2012 in Bildern

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Für Aufregung hatte vor dem Wettkampf eine Diebstahl-Serie in den Teamhotels gesorgt. Betroffen war auch der viermalige Weltmeister Schmitt, besonders aber die norwegische Mannschaft. Nach Angaben von Nationaltrainer Alexander Stöckl stahlen Unbekannte Laptops, Telefone und Bargeld in Höhe von mehr als 6000 Euro. „Kommende Nacht schlafe ich mit meinem Laptop unter dem Kopfkissen“, sagte der Österreicher der norwegischen Tageszeitung Dagbladet. Ebenfalls eingebrochen wurde laut Stöckl bei den Teams aus Tschechien und Österreich.

SID

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