Als zweiter Mann im Tor in die dritte Liga

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Reaktionsschnell, groß und dennoch beweglich: Der Dieburger Julian Sahm, Keeper von Handball-Drittligist TV Groß-Umstadt.

Dieburg – Wie viele Fingerbrüche er bereits hatte, weiß Julian Sahm nicht. Die Kapseln seiner Daumen sind permanent gerissen, der 21-Jährige plagt sich mit chronischen Schulterproblemen. Trotzdem steht der Dieburger mit Leidenschaft im Handballtor von Zweitliga-Absteiger TV Groß-Umstadt. Von Jens Dörr

Mut muss Sahm mitbringen, wenn ihm die Spieler aus wenigen Metern die Bälle mit etwa 110 Stundenkilometern um die Ohren pfeffern.„Ein bisschen verrückt musst du ebenfalls sein“, sagt der Medizin-Student. Angefangen hat er mit Fußball: „Doch davon habe ich – ohne Witz – immer Migräne bekommen.“ Ein Freund brachte ihn mit elf Jahren zum Handball, bei der SG Grün-Gelb Dieburg spielte er dann halblinks im Rückraum.

„Eines Tages fiel unser Torwart für ein Spiel gegen Urberach aus, da hat man mich überredet“, erinnert sich Sahm. Die Premiere zwischen den Pfosten gelang, am Ende stand ein Sieg gegen Urberach,„gegen die wir eigentlich immer verloren haben.“ Sahm blieb im Kasten, auch bei seiner zweiten Station in Groß-Zimmern. Dort spielte er nicht nur in der Jugend-Regionalliga, sondern schaffte auch den Sprung in die Hessenauswahl.

Ziel: Ein Platz unter den ersten sechs Teams

In Groß-Zimmern sammelte Sahm erste Erfahrungen im Männer-Handball, obwohl damals noch A-Jugendlicher. Anschließend wechselte er zu Rot-Weiss Babenhausen, wo er sich viel von Keeper Dirk Hoffmann abschaute. Gemeinsam stiegen die Babenhäuser in die Oberliga auf.

Die vergangene Saison endete für die Babenhäuser dann mit einem Abstieg, für den 21-Jährigen war es dennoch ein gutes Jahr: Ausgestattet mit einem im Handball nicht seltenen Doppelspielrecht stand er sowohl in der Oberliga als auch bei Zweitligist TV Groß-Umstadt im Tor.

Inzwischen ist der TV Groß-Umstadt Sahms alleiniger Verein, er ist zweiter Torwart neben Jens Elsner. Vom direkten Wiederaufstieg nach dem Abstieg aus dem Abenteuer Zweite Bundesliga redet auf der Weininsel offiziell niemand. „Wir wollen erstmal nichts mit dem Abstieg zu tun haben, ein Platz unter den ersten fünf, sechs Mannschaften wäre schon cool“, sagt Sahm.

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