Zweite Bundesliga: Teammanager drückt beim TTC Ober-Erlenbach auf die Euphoriebremse

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Neue Identifikationsfigur und Leitwolf beim TTC Ober-Erlenbach: Thomas Keinath.

Ober-Erlenbach – Der Einzug in die zweite Tischtennis Bundesliga ist für den TTC Ober-Erlenbach der größe Erfolg der Vereinsgeschichte. Doch bei aller Euphorie rät Teammanager Johannes Herrmann zur Zurückhaltung. Von Dirk Beutel

Grund ist die sich anbahnende Reform der zweiten Liga, aus der eine neue dritte Bundesliga hervorgehen soll. „Das bedeutet: Wenn wir die Klasse halten wollen, müssen wir unter die ersten fünf Mannschaften kommen“, sagt der Teammanager des TTC Ober-Erlenbachs, Johannes Herrmann. Die restlichen Mannschaften zwischen Rang sechs und zehn steigen, zumindest auf dem Papier, ab in die neue dritte Bundesliga. Doch davon lässt man sich in Bad Homburg nicht entmutigen und setzt unbeirrt auf sein Jugendförderkonzept.

Um die beiden Jungstars Julian Mohr und Dominik Scheja wurde Jens Schabacker als weiteres Nachwuchs-Ass von der TG Nieder-Roden nach Bad Homburg geholt. „Die Nachwuchsförderung in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Tischtennisverband ist unser Schwerpunkt, und Jens Schabacker passt da genau zu unserer Philosophie“, sagt Herrmann.

Ein Routinier soll´s richten

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Aber trotz allen sportlichen Talents haben die jungen Spieler in der zweiten Bundesliga keinerlei Erfahrungen. Deshalb soll Routinier Thomas Keinath, der für die slowakische Nationalmannschaft spielt, als Leitwolf die junge Mannschaft anführen. „Er soll mit seiner Erfahrung und den Punkten, die er holt, für Stabilität sorgen, außerdem ist er auch wichtige Identifikationsfigur für den Verein“, sagt Herrmann.
Für Ober-Erlenbach ist der 35-Jährige ein echter Transfercoup. Keinaths größte Erfolge: Der dritte Platz mit der deutschen Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften 1997 in England sowie die Bronzemedaille im Doppel mit Lars Hielscher bei den Europameisterschaften 2000 in Bremen.

Selbst wenn das Abenteuer zweite Bundesliga im ersten Anlauf kein gutes Ende nehmen würde, würde dies für den TTC Ober-Erlenbach keinen Rückschritt bedeuten: „Unter die ersten fünf Mannschaften zu kommen wird ein hartes Stück Brot, deshalb kalkulieren wir für den Fall, dass wir den Weg in die dritte Liga antreten müssten“, sagt Herrmann. Würde dies passieren, bliebe das gerade frisch zusammengewürfelte Team bestehen. In Bad Homburg setzt man auf Konstanz.

Auch eigener Nachwuchs auf Förderkurs

Das gilt auch für die zweite Mannschaft, die in der Bezirksliga antritt. Dort sind nun Dirk Lüttich und Björn Hampl vorne gesetzt, beides langjährige TTC-Spieler mit Regionalliga-Niveau. „Gleichzeitig sind sie unsere Ersatzleute für die erste Mannschaft. Und sie sollen unseren eigenen Nachwuchs an die Hand nehmen“, sagt Herrmann. „Sportlich bedeutet die Bezirksliga zwar einen sportlichen Rückschritt, doch beide glauben an das Nachwuchsprojekt in Ober-Erlenbach.“

Das erste Runden-Pflichtspiel für den TTC Ober-Erlenbach startet am Sonntag, 1. September um 14 Uhr beim TTC Schwalbe Bergneustadt.

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