Das Ziel fest im Blick

Kevin Schwäbe (rotes Shirt) beim Wettkampf.

Dieburg – Das Trainieren für die Olympischen Spiele 2012 in London hat längst begonnen. Im traditionsreichen Ringen will Deutschland sieben Athleten an den Start bringen. Eines dieser sieben Tickets ist das Ziel des Dieburgers Kevin Schwäbe. Von Jens Dörr

Der amtierende Deutsche Meister in der 96-Kilogramm-Klasse (Freistil) muss bei der WM in der Türkei, die diesen Sonntag zu Ende geht, zwar zuschauen. Seine Chance sieht er dadurch aber nicht schwinden. „Das ist gar nicht so schlimm, dass ich die WM verpasst habe“, sagt der 20-Jährige. Er liefert sich in seiner Gewichtsklasse ein Kopf-an-Kopf-Duell mit dem Bonner William Harth, den er bei den Deutschen Meisterschaften Anfang des Jahres bezwang und so den Titel holte.

Entsprechend durfte er bei der EM in Dortmund dabei sein, wo er das Achtelfinale erreichte. Beim „Großen Preis von Spanien“ unterlag er später Harth in zwei Runden knapp nach Punkten. Bundes-Trainer Alexander Leipold nominierte daraufhin Schwäbes Konkurrenten für die WM in Istanbul. Dort gilt: Erst die Teilnahme am kleinen Finale sichert die direkte Olympia-Qualifikation. Für Harth eine hammerharte Aufgabe, denn zu den Favoriten zählt er nicht. Schwäbe indes ist sicher: „Ich kann mich bei anderen Turnieren leichter für Olympia qualifizieren.“

Schwäbe braucht noch mehr Gewicht und Kraft

In der Tat dürften die Konkurrenzen bei mehreren anstehenden Qualifikationen nicht ganz so stark sein wie diese Woche in der Türkei. Auch die EM 2012 ist eine Option. Damit es mit Olympia klappt, feilt der Ringer mit dem Hessischen Landes-Trainer Freistil, Jens Gündling, an den Details. Durch spezielle Ernährung sollen noch etwas mehr Gewicht und Kraft aufgebaut werden. Seine Spezialität soll das nicht negativ beeinflussen: „Trotz meines Gewichts bin ich sehr flexibel.“ So schnell und beweglich wie er sind in der 96-Kilo-Klasse in der Tat wenige.

Optimierungsmöglichkeiten gebe es auch noch im mentalen Bereich, sagt Coach Gündling: „Er ist zwar ein Riesenkerl, aber auch ein Sensibelchen. Man muss ihn immer wieder aufbauen.“

Kommentare