Weiterer Hoffnungsträger für die Lilien

Stark! Er ist zurück am Böllenfalltor

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Yannick Stark kommt gleich gegen seine alten Kollegen von 1860 München zu seinem zweiten Einsatz für die Lilien.

Darmstadt  – Der verlorene Sohn ist zurück: Yannick Stark  kickt wieder an seiner alten Wirkungsstätte beim SV Darmstadt 98  und darf im heutigen Spiel gegen 1860 München  gleich gegen seine alten Kollegen ran. Von Jens Dörr 

Am heutigen Sonntag (13.30 Uhr) spielt der SV Darmstadt 98 in der 2. Fußball-Bundesliga gegen den TSV 1860 München. Dass die um den Aufstieg kickenden Lilien gegen die abstiegsbedrohten Löwen sogar favorisiert sind, ist allein schon ein Traum für die Fans des SV 98. Als anderer - in Erfüllung gegangener - Traum kann die vor zwei Wochen realisierte Rückkehr von Publikumsliebling und Hoffnungsträger Yannick Stark gelten. Auf ihn wartet ein heißer Tanz - schließlich schied er von den Münchnern vor erst zwei Wochen im Unfrieden.

"Ich freue mich auf das Duell"

„Natürlich ist das ein besonderes Spiel für mich“, sagt Stark vor der Partie. „Es wird mein erstes Heimspiel am Bölle nach ziemlich langer Zeit. Dazu kommt, dass es direkt gegen die Ex-Kollegen geht, die ich alle gut kenne. Ich freue mich sehr auf das Duell am Sonntag.“ Gerade bei den Fans und Verantwortlichen der Gäste ist sein Ruf allerdings ramponiert - auch weil er im Winter-Trainingslager seinen Abgang forderte und provozierte, sich etwa zur Teilnahme am letzten Testspiel „mental nicht in der Lage“ sah.

Vertrag läuft bis 2018

Stark selbst hat das weitgehend abgehakt: „Ich möchte gar nicht mehr so viel über die Vergangenheit reden, sondern mich voll und ganz dem Hier und Jetzt widmen“, sagt der 24-Jährige, den die Lilien mit einem Vertrag bis 2018 ausgestattet haben. Damit ist der gebürtige Darmstädter wieder in seiner Heimat angekommen: „Was man daran hat, merkt man erst, wenn man mal weg war“, hat er festgestellt. Der echte Heiner startete mit dem Kicken bei der SG Arheilgen. Als C-Jugendlicher führte sein Weg dann für zwei Jahre nach Dieburg: Unter Trainer Helmut Burger, den Stark als einen seiner Förderer nennt, spielte der SC Hassia in dieser Altersklasse damals in der C-Junioren-Oberliga, die vor einem Jahrzehnt noch das sportliche Nonplusultra darstellte, heute indes auch in dieser Altersstufe schon von einer Bundesliga übertroffen wird. Damals allerdings maß sich der Sportclub mit dem Besten, was Hessens Fußball zu bieten hatte - mit Eintracht Frankfurt, den Offenbacher Kickers, dem SV Darmstadt 98.

Kosta Runjaic holte ihn zu den Lilien-Profis

Dem größten aller hessischen Fußball-Klubs, der Eintracht, blieben die Fähigkeiten des damals wie heute recht groß und stämmig gewachsenen Hassianers nicht verborgen. Ab den B-Junioren spielte Stark am Main. Dort gelang ihm auch der Übergang in den Männer-Fußball, zunächst über die zweite Mannschaft der Frankfurter. Von dort lieh ihn der SV Darmstadt 98 für die Saison 2010/11 aus. Der damalige Lilien-Coach Kosta Runjaic  - heute Trainer des 1. FC Kaiserslautern  - hievte Stark auf die nächstgrößere Bühne. Auf Anhieb wurde der erst 20-jährige Mann fürs zentrale Mittelfeld Leitwolf, stieg mit den 98ern in die 3. Liga auf, erzielte in 29 Partien sechs Treffer und wurde von den Fans zum „Spieler der Saison“ gewählt.

Bei Löwen-Trainern unbeachtet 

Danach ging Stark den nächsten Karriereschritt, wechselte zu Zweitligist FSV Frankfurt, wurde auch dort Stammspieler und von einem Fachmagazin zum besten zentralen defensiven Mittelfeldspieler der 2. Bundesliga gewählt. 2013 machte Stark einen - vermeintlichen - weiteren Schritt nach vorn, wechselte zum mit noch höheren Zielen versehenen und reicheren TSV 1860 München.

Bis Sommer 2014 lief es für Stark - der inzwischen mehr als 100 Zweitliga-Partien und acht Treffer im Bundesliga-Unterhaus vorweisen kann - ordentlich. In der jetzt laufenden Runde kam allerdings ein Absturz: Gleich zwei Trainer der kriselnden Münchner Löwen setzten nicht besonders gern auf Stark, der mit einer zu wilden Partynacht zudem in die Schlagzeilen des bayrischen Boulevards geriet.

In Darmstadt muss er sich diesbezüglich weniger Sorgen machen - auch wenn sich die Münchner Blätter zumindest diesen Sonntag noch einmal die Finger wund schreiben dürften.

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