Neuer alter Trainer übernimmt das Ruder

Wird Steffen Brockmann zum Retter der Rhein-Main Baskets?

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Hofheim/Langen  – Thomas Dröll  ist weg, Steffen Brockmann  hat jetzt das Ruder bei den Rhein-Main Baskets übernommen und soll die Basketballerinnen vor dem Abstieg bewahren. Von Fabienne Seibel 

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Die Rhein-Main Baskets  haben die Reißleine gezogen und sich von Trainer Thomas Dröll getrennt. Steffen Brockmann, der die Mannschaft 2013 zum Vizetitel führte, kehrt nun bis Saisonende zurück auf den Trainerposten und soll die Mannschaft vorm Abstieg aus der Damenbasketball-Bundesliga  retten. Im EXTRA TIPP-Interview spricht Brockmann von Selbstbewusstsein, Rollenverteilung und Zielen.
Herr Brockmann, obwohl Sie Ihr Traineramt bei den Baskets 2013 nach dem Vizetitel niedergelegt haben, übernehmen Sie nun bis Ende der Saison wieder das Team.

Ich habe seit Saisonbeginn schon nebenbei mitbekommen, dass die Zustände bei den Baskets nicht ganz so toll sind. Es ist alles etwas chaotisch gelaufen, und ich habe nun das Gefühl, dass ich in der derzeit schwierigen Situation helfen kann.

Wie haben Sie die Mannschaft nun in Ihren ersten gemeinsamen Trainings vorgefunden?

Die Mannschaft ist aufgrund der vergangenen Ereignisse verunsichert. Es herrscht ein großes Durcheinander. Es fehlt die Struktur und spielerisch liegt einiges im Argen.

Wo genau?

Vor allem in der Offensive läuft vieles durcheinander. Die Rollen und Aufgaben der einzelnen Spielerinnen auf dem Feld sind nicht klar definiert.

Was wollen Sie ändern und wo liegen die Prioritäten?

Am wichtigsten ist, diese Verunsicherung aus den Spielerinnen rauszubekommen und einen gemeinsamen Spielrhythmus zu entwickeln. Ich möchte der Mannschaft das Vertrauen in sich selbst zurückgeben und werde sicherlich auch das ein oder andere neue Spielsystem einführen.

Wo wollen Sie am Ende der Saison mit den Rhein-Main Baskets stehen?

Wir befinden uns mitten im Abstiegskampf und wollen die Liga halten. Zwar müssen wir jetzt von Spiel zu Spiel schauen, wie es läuft, aber ich bin sehr optimistisch, denn die Mannschaft hat sich bisher unter Wert verkauft. Es steckt noch einiges in ihr. Deshalb ist es wichtig, das Selbstbewusstsein zu stärken.

Wieso konnte das Konzept von Trainer Dröll, die deutschen Spielerinnen mehr in die Verantwortung zu nehmen, bei den Baskets nicht greifen?

Dass vor allem die deutschen Spielerinnen gepusht werden sollen, ist für einen Verein wie die Rhein-Main Baskets, bei denen der Großteil der Spielerinnen bereits aus der vereinseigenen Jugend stammt, richtig. Neu ist das jedoch nicht, denn auch unter mir hatten die Spielerinnen klare Rollen und haben viel Verantwortung übernommen.

Warum sind die Baskets dann immer weiter in den Tabellenkeller gerutscht?

Dass die deutschen Spielerinnen gefördert und gefordert werden, funktioniert nur dann, wenn sie auch im Trainingsspiel starke ausländische Gegenspielerinnen haben, die ähnlich auftreten, wie die Ausländerinnen in der Liga. Das bedeutet, sie brauchen auch im Team ein hohes Level. Doch die Amerikanerinnen, die zu Beginn bei den Baskets im Team waren und mittrainiert haben, waren zu schwach.

Der heutige Gegner ist Herne, ab 19.30 Uhr in der Langener Georg-Sehring-Halle. Inwiefern war es möglich, sich schon gezielt auf dieses Spiel vorzubereiten?

Zunächst müssen wir uns erstmal auf uns selbst und unser eigenes Spiel konzentrieren, damit sich jeder so schnell wie möglich auf die neue Situation einstellt. Ab dem nächsten Spiel, das gegen Oberhausen sein wird, wird es dann eine gezielte Vorbereitung geben. Bei mir als Trainer ist es Pflicht, den Gegner durch Videos und Spielanalyse detailliert ins Visier zu nehmen, und auf Stärken und Schwächen der einzelnen gegnerischen Spielerinnen zu achten. Wir wollen jeden Schritt von ihnen kennen.

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