„Wir müssen nicht, sondern wir wollen Meister werden“

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Blickt optimistisch in die Zukunft: FFC-Trainer Sven Kahlert.

Frankfurt – Platz zwei in der Champions-League und im DFB-Pokal, Rang drei in der Bundesliga: Für die titelverwöhnten Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt verlief die vergangene Saison durchwachsen. Vor dem Rundenstart am Sonntag, 2. September, äußert sich Trainer Sven Kahlert (41) im Interview.

Im Trainingslager in Bad Hersfeld hat der FFC den spanischen Meister FC Barcelona mal locker mit 8:1 abgefiedelt. Ist Ihre Mannschaft bereits so stark oder war der Gegner überraschend schlecht?

Wir hatten etwas mehr Gegenwehr erwartet, aber so schlecht war der Gegner nicht. Die Spielweise von Barcelona ähnelt den schnellen Kombinationen der Männer. Wir haben in der zweiten Halbzeit schwungvoller agiert und konsequent den Torabschluss gesucht.

Wo haben Sie die Stellschrauben angezogen?

Wir haben viel an der Zielstrebigkeit und am Torabschluss gearbeitet. Aber auch im läuferischen und taktischen Bereich. Es war ein abwechslungsreiches Trainingslager, das allen großen Spaß gemacht hat.

Was macht den FFC stärker als in der vergangenen Saison?

Zum einen konnten wir mit fast allen Spielerinnen die komplette Vorbereitung über sieben Wochen absolvieren. In der Zeit haben wir die Grundlagen geschaffen, Spielsysteme verfeinert und den Zusammenhalt gestärkt. Mit den Nationalspielerinnen Babett Peter, Bianca Schmidt, Simone Laudehr, Jessica Wich sowie Sandrine Brétigny hat der Kader deutlich an Qualität gewonnen. Und Kim Kulig ist nach ihrer langen Verletzung wieder fit und voller Tatendrang. Somit ist der Konkurrenzkampf im Team verstärkt worden.

Sandrine Brétigny hat in 139 Spielen für Champions-League-Sieger Olympique Lyon 137 Treffer erzielt. Was zeichnet sie aus?

Die Trefferquote sagt einiges aus. Sie ist eine sehr gefährliche Angreiferin, die auch in der Vorbereitung immer ihre Tore erzielt hat. Und sie motiviert die anderen Spielerinnen im Team, die da natürlich nicht nachstehen wollen.

Wie schwierig ist es, die namhaften Zugänge in die Mannschaft zu integrieren?

Alle sind Nationalspielerinnen und wollen sich beim FFC neu beweisen. Dazu gehört nicht nur die spielerische Qualität, sondern auch die menschliche Entwicklung. Sie können sich bei uns einbringen und die Mannschaft führen.

Nach der titellosen Vorsaison und der Aufbesserung des Kaders steigt auch der Erwartungsdruck. Wie gehen Sie damit um?

Natürlich werden wir in erster Linie an Erfolgen gemessen. Wir haben uns daher hohe Minimalziele gesetzt, wollen in der Liga einen der ersten beiden Plätze belegen und im DFB-Pokal ganz vorne landen. Ich bin überzeugt davon, dass wir das auch erreichen können. Ich sage aber ganz bewusst: Wir wollen, nicht wir müssen, Meister werden.

Wen sehen Sie als Hauptkonkurrenten im Titelrennen?

Ich erwarte diese Saison einen Dreikampf zwischen Potsdam, Wolfsburg und uns. Wolfsburg hat den Anspruch in allen drei Wettbewerben vorne mitzumischen und Potsdam muss man immer auf der Rechnung haben. Duisburg hat viele Leistungsträgerinnen verloren und dürfte da raus fallen.

Zum Auftakt geht es gegen Jena. Eine Pflichtaufgabe oder?

Natürlich wollen wir das Spiel gewinnen. Jena ist ein unbequemer Gegner, der tief steht und wenig Räume bietet. Da müssen wir mit schnellen Pässen in den Rücken der Abwehr agieren. Wenn es mal nicht so läuft, haben wir genügend Spielerinnen, die mit einer Einzelaktion das Spiel entscheiden können. zin

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