„Wir haben das Maximum erreicht“

EXTRA TIPP-Interview mit Lilien-Coach Dirk Schuster

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Lilien-Coach Dirk Schuster

Unter Dirk Schuster gelang Darmstadt der Aufstieg in die Zweite und Erste Bundesliga. Der EXTRA TIPP hat vor seinem 100. Punktspiel gegen Stuttgart mit dem Erfolgstrainer gesprochen. Von Jens Dörr

Herr Schuster, welche Bedeutung hat das 100. Punktspiel für Sie persönlich?

Keine, denn viel wichtiger ist mir das Spiel gegen Stuttgart an sich. Wir versuchen, die Punkte genauso wie im 34., 52. und 78. Spiel zu holen. Besonders gefeiert wird es auch nicht.

Was motiviert Sie, auch im Routinegeschäft nicht nachzulassen?

Für uns geht es um die Entwicklung der Mannschaft. Wir im Trainer-Team versuchen, die Mannschaft nach vorn zu bringen, für alle ein positives Grundgefühl zu erzeugen. Spaß kann erfolgreich machen – das ist die Motivation, das bringt nach vorn. Trotzdem machen wir bei allem Erfolg auch Fehler. Andersherum ist aber auch nicht alles schlecht, wenn es mal nicht so laufen sollte.

Momentan läuft es für den SV 98 besser als je erwartet. Ist die Grenze des Machbaren erreicht?

Wir sind nach jetzigem Stand am Maximum angekommen. Durch unsere Infrastruktur wird es schwierig, die Erste Liga als Standard zu halten. Wir versuchen trotzdem, das zu schaffen. Ziel ist es aber, Darmstadt im hochklassigen Fußball zu etablieren. Das ist für mich die Bundesliga.

Sie sind mit Team-Spirit und andernorts ausgemusterten Spielern erfolgreich. Wie lange kann Darmstadt das Gesetz „Geld schießt Tore“ noch aushebeln?

Diese Karte allein wird man nicht mehr allzu lange spielen können. Ohne die, in Anführungsstrichen, Mithilfe anderer Vereine würden Leute wie Niemeyer, Rausch und Wagner nicht bei uns spielen. Sie sollten bei anderen Vereinen von der Gehaltsliste runter und waren nur deshalb für uns zu bekommen. Das wird in Zukunft aber nicht mehr so gehen, weil uns die anderen Vereine nach und nach als ernstzunehmenden Konkurrenten sehen.

Wie hat sich die Doppelbelastung als Trainer und Sportdirektor auf Ihr Befinden und Privatleben ausgewirkt?

Es ist normal für uns geworden, dass man sehr wenig Freizeit und Privatleben hat. Das sind aber Nebengeräusche, die man gern in Kauf nimmt. Auch wir als Trainer nehmen die Möglichkeit wahr, uns körperlich zu betätigen und uns einmal im Jahr auf Blutwerte et cetera durchchecken zu lassen.

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