So will Trainer Armin Veh seine Mannschaft spielen lassen

Für die Eintracht bleibt Europa das große Ziel

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Voller Körpereinsatz im SGE-Training: David Abraham (links), Aleksandar Ignjovsk und Torwart Lukas Hradecky (unten) geben kurz vor dem Saisonstart schon einmal ordentlich Gas.

Frankfurt – Heute startet auch die Frankfurter Eintracht in die neue Bundesliga-Saison. Zumindest auf dem Papier hat sich die Mannschaft verstärkt und lässt Trainer Armin Veh vom internationalen Geschäft träumen. Von Peppi Schmitt

Wenn am heutigen Sonntag die neue Saison für die Frankfurter Eintracht startet, hat sich viel verändert. Nach den Wirrnissen um den freiwilligen Rückzug von Trainer Thomas Schaaf und der mindestens ebenso großen Überraschung mit der Rückkehr des ehemaligen Trainers Armin Veh, sind längst wieder Ruhe und Zuversicht eingekehrt. Offiziell haben die Frankfurter keine sportlichen Ziele erklärt, sieht man davon ab, „dass Eintracht drin sein soll, wo Eintracht drauf steht“, wie der Trainer sagt. Also schneller, attraktiver, offensiver Fußball. Inoffiziell aber schielen alle Richtung Europa. Das ist der Wunsch, die Sehnsucht bei der Eintracht. Noch einmal erleben, was man unter Veh vor zwei Jahren in Porto oder Bordeaux erlebt hat. „Träumen darf man“, sagt der Trainer. „Und ich will träumen.“

Aber ist diese Mannschaft tatsächlich stark genug, um den guten neunten Platz aus der vergangenen Spielzeit mit 43 Punkten noch einmal zu steigern? Auf dem Papier haben sich die Frankfurter verstärkt. Verloren haben sie aus der Stammelf nur Torwart Kevin Trapp, freilich könnte dies schwer ins Gewicht fallen. Mit einiger Mühe konnte die Eintracht für Ersatz sorgen. Zunächst ist der österreichische Nationaltorwart Heinz Lindner aus Wien gekommen, eigentlich als Ersatz für Felix Wiedwald gedacht, der sich Richtung Bremen verabschiedet hat. Dann, in der vergangenen Woche vor dem Start, der finnische Nationaltorwart Lukas Hradecky. Ihm trauen sie zu, in der Bundesliga seinen Mann zu stehen.

Bewährungsprobe in Wolfsburg

Beim Auftakt in Wolfsburg wird der Frankfurter Torwart, für wen sich der Trainer nun auch entscheidet, vor der ersten großen Bewährungsprobe stehen. Die „Wölfe“ gelten als einziger echter Konkurrent für den FC Bayern im Kampf um die Meisterschaft. Viel schwerer hätte es die Eintracht nicht treffen können. Dennoch herrscht Zuversicht bei der SGE. Auch weil die anderen Neuzugänge auf Anhieb deutlich gemacht haben, dass sie die Mannschaft verbessern können. Da ist der schnelle Innenverteidiger David Abraham, der aus Hoffenheim gekommen ist. Er ist eine echte Alternative zu den Platzhirschen Carlos Zambrano und dem aktuellen Spielführer Marco Russ, der den vom Trainer bestimmten Kapitän Alexander Meier solange vertreten wird, bis der nach einer Knieoperation zurückkehren kann.

Im Mittelfeld ist Stefan Reinartz gesetzt. „Mein Quarterback“, sagt Veh. Vor allem vor der Abwehr soll er für Ordnung sorgen. Er wird ebenso sicher in der Anfangsformation stehen wie Stürmer Luc Castaignos. Der Holländer, gekommen aus Enschede, hat während der Testspiele und im Pokal regelmäßig getroffen.

Vier Neuzugänge

Wahrscheinlich vier Neuzugänge werden von Anfang an in Wolfsburg spielen. Ein weiterer Neuer ist in der vergangenen Woche dazugekommen. Für 1,5 Millionen Euro haben die Frankfurter Mijat Gacinovic aus Novi Sad geholt. Der 20 Jahre alte Serbe soll das Problem auf Linksaußen beheben. Das wird noch dauern. „Mijat muss sich erst einmal hinten anstellen“, sagt der Trainer. Takashi Inui wird wohl eine Chance auf der linken Seite bekommen, obwohl er während der Vorbereitung nicht immer überzeugte. „Es reicht jetzt mit Training und Freundschaftsspielen“, spricht Stefan Aigner für alle, „es wird Zeit, dass es richtig losgeht.“

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