Beim FC Augsburg

SGE will Rekorde knacken

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Frankfurts Makoto Hasebe steigt im Zweikampf mit Freiburgs Nils Petersen zum Kopfball hoch. Der Japaner feiert heute Bundesliga-Jubiläum.

Frankfurt - Die SGE-Fans träumen von Gegnern wie Real Madrid und Barcelona. Denn nach dem 2:0-Heimsieg steht die Eintracht auf einem Qualiplatz für die Champions-League. Am morgigen Sonntag geht’s erst mal nach Augsburg. Und die Partie ist rekordverdächtig. Von Oliver Haas 

Eitler Sonnenschein herrscht derzeit bei den Eintracht- Verantwortlichen und -Fans. Denn die SGE hat nach dem 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach gezeigt, dass sie auch zu Hause ihre Spiele gewinnen kann. Und das sogar mit zwei Toren Vorsprung, was ihr in dieser Saison bislang noch nicht gelungen war. Der derzeitige Platz vier berechtigt am Ende zur Teilnahme an der Qualifiktionsrunde für die Champions-League. Morgen geht´s ab 15.30 Uhr aber erst einmal darum, die starken Augsburger zu bezwingen. Das Team von Manuel Baum spielt eine überraschend gute Saison. Viele Experten sahen die Fuggerstädter nach den Abgängen vieler Leistungsträger, wie zum Beispiel Raul Bobadilla, auf einem Abstiegsplatz. Eine Fehleinschätzung, denn nach dem 20. Spieltag steht der FCA mit 28 Punkten auf Platz acht. Mit elf Punkten Abstand zum 16. Werder Bremen dürfte der Abstiegskampf keine Rolle mehr spielen. Im Spiel gegen die SGE müssen die Augsburger dabei auf Jeffrey Gouweleeuw verzichten fällt. Der Niederländer hat sich einen Innenbandteilriss zugezogen und wird mehrere Monate ausfallen. Für ihn wird wohl Kevin Danso ins Team rücken.

Die Eintracht kann in Augsburg gleich zwei Rekorde knacken. Seit sechs Spielen ist das Kovac-Team in der Ferne ungeschlagen. Dabei haben sie die vergangenen drei Auswärtspartien (Wolfsburg, Hamburg, Berlin) alle gewonnen. Vier Auswärtssiege in Folge innerhalb einer Saison konnte die Eintracht noch nie erringen. Ein Dreier in Augsburg würde sich also bestens in die diesjährige bärenstarke Auswärtsbilanz der SGE einreihen. Und noch ein weiterer Rekord ist greifbar: Gewinnt die Eintracht, wäre es der siebte Auswärtssieg in dieser Saison – auch das gab es noch nie! Ein besonderes Spiel wird es auf jeden Fall für Eintrachts Makoto Hasebe. Der Japaner steht in Augsburg vor seinem 250. Bundesligaspiel. Der 34-Jährige spielt die elfte Saison in der höchsten deutschen Spielklasse. Sein größter Erfolg war 2009 die Deutsche Meisterschaft mit dem VfL Wolfsburg.

Das waren die SGE-Tops der letzten zehn Jahre

Frankfurt erreicht 2:2 beim FC Porto in Europa League
Sebastian Jung (2009) Das Frankfurter Eigengewächs aus Königstein entwickelte sich zu einem der besten Rechtsverteidiger der Bundesliga. War 2014 der erste SGE-Spieler seit langer Zeit, der auch wieder den Bundesadler auf dem Trikot trug. © dpa
Eintracht Frankfurt - SV Werder Bremen
Pirmin Schwegler (2009) War fünf Jahre lang bei der Eintracht eine echte Identifikationsfigur. Als Taktgeber im Mittelfeld brillierte er mit klugen Pässen in die Spitze. Aber sorgte auch mit seiner besonnenen Art für die nötige Spielberuhigung. © dpa
Sebastian Rode
Sebastian Rode (2010) Der Ex-Offenbacher war für die Position des „Sechser“ prädestiniert. Vier Jahre lang war er fast durchweg Leistungsträger bei der SGE. Klopfte immer wieder an die Tür der Nationalmannschaft. © dpa
Eintracht Frankfurt - SV Werder Bremen
Stefan Aigner (2012) Der Stern des Flügelflitzers leuchtete vor allem in der Hinrunde nach dem Wiederaufstieg auf. Mit seiner schnörkellosen, offensiven Spielweise und neun Treffern schoss er die SGE sensationell in die Europa-League. © dpa
Eintracht: Zambrano will gegen Mainz mit Risiko spielen
Carlos Zambrano (2012) Eisenhart und immer dorthin, wo es wehtut. Das war die Spielweise des Peruaners. Er galt als „Bad Boy“ der Bundesliga, aber die Qualität stimmte. Weltklassegegner wie Lewandowski können ein Lied davon singen. © dpa
Kevin Trapp
Kevin Trapp (2012) Als er es schaffte, den „ewigen Oka“ aus dem Tor dauerhaft zu verdrängen, war klar: Das wird ein ganz Großer. Und das wurde er. Spielt jetzt beim europäischen Spitzenklub Paris Saint Germain und ist Nationalspieler. © dpa
Eintracht Frankfurt - Darmstadt 98
Makoto Hasebe (2014) Japans Nationalmannschaftskapitän überzeugte von Anfang an im defensiven Mittelfeld durch ballsichere, intelligente Spielweise. Leider wirkt er oft zu giftig auf dem Platz. Hat er bei seiner Klasse eigentlich nicht nötig. © dpa
FC Augsburg - Eintracht Frankfurt
David Abraham (2015) Für 1,5 Millionen Euro von Hoffenheim verpflichtet, erwies sich der Argentinier als Schnäppchen. Und das nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. Der pfeilschnelle Verteidiger gilt als extrem beliebt im Team. © dpa
Party-Befehl von Hradecky: "Heute trinken wir nur Bier"
Lukas Hradecky (2015) Groß war die Befürchtung, dass Trapp nicht ersetzt werden kann. Der Finne machte diese Angst schnell zunichte, rettete der SGE viele Punkte. Und hatte nach drei Elferschießen wesentlichen Anteil am Pokalfinal-Einzug. © dpa
Eintracht Frankfurt - Jesus Vallejo
Jesús Vallejo (2016) Unfassbar, wie abgezockt die 19-jährige Real-Leihgabe in der Bundesliga gespielt hat. Ohne ihn hätte die SGE niemals so viele Punkte in der vergangenen Hinrundensaison geholt und wäre wohl abgestiegen. © dpa

Auch Torwart Lukas Hradecky hätte Grund, seinen Kollegen einen auszugeben: Er zieht sich zum hundertstens Mal die Handschuhe für ein SGE-Pflichtspiel an.

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